Thyssenkrupp Steel revolutioniert Stahlproduktion mit grünem Wasserstoff bis 2045
Ella KrausThyssenkrupp Steel revolutioniert Stahlproduktion mit grünem Wasserstoff bis 2045
Thyssenkrupp Steel treibt mit dem Projekt tkH2Steel einen grundlegenden Wandel in der deutschen Stahlindustrie voran. Das Vorhaben zielt darauf ab, Kohle durch grünen Wasserstoff zu ersetzen und so die Emissionen in einer der umweltschädlichsten Branchen Europas deutlich zu reduzieren. Mit Unterstützung von Bund und Ländern soll die Stahlproduktion spätestens bis 2045 klimaneutral erfolgen.
Die deutsche Stahlbranche stellt derzeit jährlich 40 Millionen Tonnen Rohstahl her – ein Prozess, der stark auf kohlebefeuerte Hochöfen angewiesen ist, die etwa acht Prozent der deutschen CO₂-Emissionen verursachen. Thyssenkrupp Steel, Betreiber des größten Industriestandorts Europas, produziert allein jährlich 10 Millionen Tonnen Stahl.
Beim Projekt tkH2Steel steht die Direktreduktionstechnologie im Mittelpunkt: Hier wird Eisenerz mit Wasserstoff oder Erdgas statt mit Kohle verarbeitet. Der Umstieg auf Erdgas in diesen Anlagen kann die Emissionen im Vergleich zu herkömmlichen Hochöfen bereits halbieren. Grüner Wasserstoff soll langfristig – sobald er in großen Mengen zu wettbewerbsfähigen Preisen verfügbar ist – das Erdgas vollständig ersetzen.
Die erste Direktreduktionsanlage wird täglich 400 Tonnen Wasserstoff benötigen, um 2,5 Millionen Tonnen direktreduziertes Eisen herzustellen. Pro Tonne grünem Wasserstoff lassen sich bis zu 28 Tonnen CO₂ einsparen. Das langfristige Ziel des Unternehmens ist es, die kohlebasierte Produktion bis 2045 vollständig abzuschaffen.
Der Erfolg der Umstellung auf grüne Stahlproduktion hängt entscheidend von der Skalierung der Wasserstoffversorgung und der Kosteneffizienz ab. Thyssenkrupps Projekt markiert einen wichtigen Schritt zur Dekarbonisierung einer Branche, die jährlich für Millionen Tonnen Emissionen verantwortlich ist. Gelingt das Vorhaben, könnte es zum Vorbild für Stahlhersteller in ganz Europa werden.






