Thailands wilde Tiger erholen sich – doch in Touristenparks leiden sie weiter
Ella KrausThailands wilde Tiger erholen sich – doch in Touristenparks leiden sie weiter
Ein tiefer, dröhnender Brüll hallt durch die schwüle Luft des Tigerparks von Pattaya. Während sich der Bestand wildlebender Tiger in Thailand langsam erholt, wachsen die Bedenken über die Haltung von Tigern in Touristenattraktionen. Viele dieser Tiere durchleben harte Dressurmethoden, wirken aber gegenüber Besuchern ungewöhnlich ruhig.
Die Zahl der wilden Tiger in Thailand hat sich in den letzten Jahren leicht erholt. Etwa 150 bis 200 Tiere streifen durch geschützte Gebiete wie das Huai-Kha-Khaeng-Wildschutzgebiet. Schutzmaßnahmen – darunter Anti-Wilderer-Patrouillen und die Renaturierung von Lebensräumen – haben dazu beigetragen, dass sich die Bestände von den Tiefstwerten des Jahres 2009 erholen konnten.
Doch in den Touristenparks sieht die Realität der Tiger anders aus. Jungtiere werden ständig nachgezüchtet, um neue Attraktionen zu liefern, während ältere Tiere mit brutalen Methoden abgerichtet werden. Trainer sollen Metallstangen einsetzen, um Gehorsam zu erzwingen, sodass die Tiger so gefügig sind, dass Besucher sie anfassen können. Tierschutzorganisationen werfen diesen Parks vor, die Tiere ausschließlich aus Profitgier auszubeuten – ohne jeden echten Beitrag zum Artenschutz.
Das Schicksal vieler Tiger in Gefangenschaft bleibt ungewiss. Einige von ihnen gelangen vermutlich in den illegalen Handel mit Tigerprodukten. Zwar gibt es strenge Gesetze zum Schutz der Art, doch schwache Durchsetzung und Korruption untergraben sie häufig.
Unterdessen wenden sich immer mehr Touristen – besonders aus Europa – von solchen Attraktionen ab. Elefantenritte und Tiger-Selfies, einst beliebt, stoßen zunehmend auf Kritik wegen ethischer Bedenken.
Die Bestände wildlebender Tiger in Thailand zeigen vorsichtige Fortschritte, dank verstärkter Schutzmaßnahmen. Doch die Haltung von Tigern in Touristenparks bleibt ein krasser Gegensatz dazu. Angesichts von Vollzugsdefiziten und anhaltender Ausbeutung bleibt die Zukunft dieser Tiere ungewiss – selbst wenn sich die öffentliche Haltung langsam ändert.






