Telemedizin-Station in Winterberg gestoppt: Apotheker kämpft gegen Verbot der Kammer
Clara KrausTelemedizin-Station in Winterberg gestoppt: Apotheker kämpft gegen Verbot der Kammer
Telemedizin-Station in Winterberger Apotheke gestoppt – Betreiber klagt gegen Entscheidung
Eine geplante Telemedizin-Station in der Franziskus-Apotheke in Winterberg wurde kurz vor der geplanten Wiedereröffnung von der zuständigen Apothekerkammer untersagt. Der Bescheid traf nur einen Tag vor der geplanten Neueröffnung ein. Apothekeninhaber Jürgen Schäfer will die Entscheidung nun anfechten und bereitet gleichzeitig die Übergabe der Geschäftsführung an seine Apothekerin Jasmin Ennulath vor.
Die Apothekerkammer begründete das Verbot mit der Ansiedlung einer Ärzte-Station innerhalb der Apotheke, die gegen geltende Rechtsvorschriften verstoße. Zudem bestehe die Gefahr unzulässiger Patientenüberweisungen. Ennulath wurde gedroht, ihre Approbation zu verlieren, falls sie die Station dennoch in Betrieb nehme.
Das Unternehmen Medivise, das hinter der Telemedizin-Lösung steht, widerspricht der Entscheidung. Man betont, das System erfülle alle gesetzlichen Anforderungen – darunter auch § 129 Absatz 5h des Sozialgesetzbuchs, der Telemedizin-Beratungen in Apotheken ausdrücklich erlaubt. Schäfer, der das Projekt unterstützt, sieht klare Vorteile für den Apothekenalltag, etwa bei der Verwaltung von Dauerrezepten oder der Begleitung von Kunden durch ambulante Telemedizin-Angebote.
Trotz des Rückschlags bleiben Schäfer und Ennulath optimistisch, was das Potenzial der Telemedizin – besonders in ländlichen Regionen – angeht. Schäfer hat formellen Widerspruch eingelegt und arbeitet mit Medivise sowie der Apothekerkammer an einer Lösung. Parallel bereitet er die Übergabe der Apothekenleitung an Ennulath zum Jahresbeginn vor.
Die Zukunft der Telemedizin-Station bleibt vorerst ungewiss. Sollte eine Einigung gelingen, könnte das System das Dienstleistungsangebot der Apotheke in Winterberg erweitern. Bis auf Weiteres bleibt das Verbot der Apothekerkammer jedoch bestehen – weitere Gespräche stehen noch aus.






