04 February 2026, 12:28

Tanquid-Verkauf an US-Konzern Sunoco löst Energiesicherheits-Debatte aus

Das Brandenburgertor in Berlin, Deutschland, mit einem gelben Schild, das "Öl- und Gaskrieg" lesenbar ist, im Vordergrund, Gebäuden, Polen, Lichtern, einer Statue und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Tanquid-Verkauf an US-Konzern Sunoco löst Energiesicherheits-Debatte aus

Deutschlands größter Tanklagerbetreiber Tanquid an US-Energiekonzern Sunoco verkauft

Der größte deutsche Betreiber von Tanklagern, Tanquid, wurde an das US-Energieunternehmen Sunoco verkauft. Das Bundeswirtschaftsministerium gab dem Deal zwar grünes Licht, knüpfte die Zustimmung jedoch an strenge Auflagen. Kritiker warnen, dass damit lebenswichtige Energieinfrastruktur in die Hände eines ausländischen Konzerns mit engen Verbindungen zu fossilen Brennstoffen übergehe.

Sunoco, eine Tochtergesellschaft des US-Energiekonzerns Energy Transfer, vollzog den Kauf trotz breiter Ablehnung. Als Bedingung für die Genehmigung musste Tanquid seinen Anteil an einem wichtigen Pipeline-Unternehmen an den Bund abtreten. Die Behörden betonen, die Versorgungssicherheit bleibe gewährleistet – doch die Skepsis hält an.

Die Übernahme hat scharfe Kritik von Umweltschützern ausgelöst. Greenpeace warnte davor, kritische Infrastruktur einem Konzern zu überlassen, der massiv in fossile Energien investiert. Der energiepolitische Sprecher der Grünen, Michael Kellner, bezeichnete die staatlichen Schutzmaßnahmen als unzureichend.

Sunoco-Chef Kelcy Warren ist für seine politischen Verbindungen bekannt. Als großer Geldgeber der Make America Great Again-Bewegung gilt er zudem als enger Verbündeter des früheren US-Präsidenten Donald Trump – was die Bedenken gegenüber dem Deal weiter schürt.

Die Kontroverse reiht sich in frühere Verkäufe deutscher Infrastruktur an ausländische Investoren ein. Selbst während der Regierungsbeteiligung der Grünen waren Teile des Hamburger Hafens an chinesische Käufer gegangen. Diese Transaktionen werfen die Frage auf, ob kritische nationale Vermögenswerte ausreichend geschützt sind.

Der Deal geht nun unter den ministeriellen Auflagen voran, doch Zweifel an den langfristigen Folgen bleiben. Tanquids Pipeline-Beteiligung geht in Bundesbesitz über, doch die grundsätzlichen Sorgen um Energiesicherheit und ausländische Kontrolle bestehen fort. Die Regierung hat Forderungen nach strengeren Kontrollen für künftige Verkäufe ähnlicher Art bisher nicht aufgegriffen.