Tag der offenen Moscheen: Gütersloh zeigt, wie Dialog gelingt
Moscheen in ganz Deutschland öffneten am Tag der Deutschen Einheit ihre Türen
Im Rahmen des jährlichen Tags der offenen Moscheen hießen Moscheen bundesweit Besucher zum Tag der Deutschen Einheit willkommen. In Gütersloh öffnete der Türkisch-Islamische Kulturverein seine Pforten und bot Führungen, Gebete sowie Informationsveranstaltungen über den Islam an. Die Aktion zog nicht nur regelmäßige Gläubige, sondern auch neugierige Gäste an – darunter Anwohner, die das Gebäude zum ersten Mal betraten.
Die Gütersloher Moschee steht seit 1987 an ihrem heutigen Standort, obwohl die Gemeinde das Grundstück bereits drei Jahre nach ihrer Gründung erworben hatte. An normalen Tagen versammeln sich hier über 200 Gläubige, und das Freitagsgebet am Mittag war mit einem voll besetzten Raum besonders gut besucht. Besucher wie Freya Knight, die mit ihrer Großmutter gekommen war, nutzten die Gelegenheit, um sich umzusehen und mehr über islamische Bräuche zu erfahren.
Das Programm umfasste geführte Rundgänge, Gemeinschaftsgebete und Präsentationen per PowerPoint, die zentrale Aspekte des Islams erläuterten. Anders als manche andere religiöse Einrichtungen vermeidet diese Gemeinde politische Debatten, legt jedoch Wert auf Offenheit gegenüber Gästen aller Herkunft. Frank Mertens, Integrationsbeauftragter der Stadt Gütersloh, lobte den kooperativen Ansatz der Moschee als positives Beispiel für lokales Engagement.
In diesem Jahr fiel der Tag der offenen Moscheen auf einen Freitag und damit zusammen mit dem wöchentlichen Freitagsgebet. Zwar gibt es keine offizielle Statistik, wie viele Moscheen bundesweit teilnahmen, doch die Veranstaltung ist seit Jahren fester Bestandteil des Tags der Deutschen Einheit – mit dem Ziel, Dialog und Verständnis zu fördern.
Die Aktivitäten in Gütersloh spiegelten das übergeordnete Anliegen des Tages wider: Brücken zwischen den Gemeinschaften zu bauen. Die Besucher erhielten einen Einblick in den Alltag und die religiösen Praktiken vor Ort. Für die Moscheegemeinde selbst war die Veranstaltung eine Bestätigung ihres langjährigen Engagements, Nachbarn willkommen zu heißen und ihren Glauben zu teilen.






