Stuttgarts Papageno Musiktheater kämpft um sein Überleben – 350.000 Euro fehlen
Lotta WagnerStuttgarts Papageno Musiktheater kämpft um sein Überleben – 350.000 Euro fehlen
Stuttgarts Papageno Musiktheater steht vor einer existenziellen Finanzkrise – ausgelöst durch schwere Schäden am gewölbten Dach des Hauses. Das Kulturjuwel der Stadt benötigt dringend 350.000 Euro für Reparaturen, um weitere Bauschäden und Absagen von Vorstellungen zu verhindern.
Nun haben Stadtpolitiker reagiert: Die CDU schlägt ein Notdarlehen vor, um die Zukunft des Theaters zu sichern.
Das Papageno Musiktheater wurde 1997 von Hans-Dieter Maienschein und seiner Frau Renate gegründet. Anfangs im ehemaligen Volkshochschulgebäude Stuttgarts beheimatet, zog es später in den Siesmayer-Saal im Palmengarten um. Heute ist es ein vollklimatisiertes Holz-Membranbauwerk mit 199 Plätzen, das jährlich über 280 Aufführungen für fast 60.000 Besucher veranstaltet.
Doch das Dach des Theaters ist in einem derart schlechten Zustand, dass weitere Verzögerungen die Bausubstanz gefährden, die Kosten in die Höhe treiben und den Spielbetrieb lahmlegen könnten. Die Reparaturkosten werden auf 300.000 bis 350.000 Euro geschätzt – davon sind bereits 100.000 Euro durch Spenden aufgebracht worden.
Die Betreiber fordern nun kommunale Hilfe, idealerweise ein zinsloses Darlehen, um die fehlende Summe zu decken. Der Finanzausschuss der Stadt diskutierte die Krise kürzlich, und die CDU hat inzwischen einen Eilantrag eingebracht. Dieser sieht vor, die Mittel außerhalb des Haushaltsplans nach der Hessischen Gemeindeordnung bereitzustellen – mit einer Laufzeit von 15 Jahren und überschaubaren Raten.
Bisher unterstützte die Stadt zwar die laufenden Betriebskosten des Theaters, doch konkrete Umschichtungen aus anderen Infrastrukturprojekten sind nicht dokumentiert. Das Haus bleibt eine private Einrichtung, die sich auf den Trägerverein Papageno Musiktheater e.V. und externe Fördergelder stützt.
Ziel des CDU-Eilantrags ist es, schnell finanzielle Entlastung zu schaffen, damit die Sanierung ohne längere Schließungen abgeschlossen werden kann. Wird der Kredit bewilligt, könnte dies die Zukunft des Theaters stabilisieren – und sowohl dem Publikum als auch den Künstlern weiterhin ein Spielort bleiben.