26 June 2026, 10:11

Streit um kürzere Mindestaufenthaltsdauer für Einbürgerungen spaltet deutsche Politik

SPD: "Konzentrieren wir uns auf Argumente, nicht auf das Schüren von Ressentiments"

Streit um kürzere Mindestaufenthaltsdauer für Einbürgerungen spaltet deutsche Politik

In Deutschland ist eine politische Debatte über den Vorschlag entbrannt, die Mindestaufenthaltsdauer für Einbürgerungen zu verkürzen. Die SPD hat die Unionsparteien und die FDP für ihre Reaktion auf den Plan von Innenministerin Nancy Faeser scharf kritisiert. Die Spannungen nehmen zu, da die Positionen in der Staatsbürgerschaftspolitik weit auseinandergehen.

Innenministerin Nancy Faeser schlug vor, die erforderliche Aufenthaltsdauer für eine Einbürgerung in Deutschland zu reduzieren. Derzeit müssen Antragstellende acht Jahre im Land leben – eine längere Frist als die in anderen einwanderungsabhängigen Ländern übliche Fünf-Jahres-Regel. Die SPD argumentiert, dass eine Lockerung der Vorschriften helfen könnte, hochqualifizierte Fachkräfte anzuziehen. Wie Ackermann anmerkte, könnte dies ihre Entscheidung für ein Land beeinflussen.

Die Unionsparteien und die FDP reagierten mit Skepsis: Die Union bezeichnete die Reform als „Ausverkauf“ der deutschen Staatsbürgerschaft. Die SPD-Abgeordnete Sabine Vischer-Kippenhahn verglich die Haltung der Union mit früheren Kampagnen gegen die doppelte Staatsbürgerschaft, insbesondere unter Roland Koch. Gleichzeitig warnte sie die FDP, dass deren Kurswechsel das Risiko berge, die eigenen Grundwerte zu verraten, indem man rechtsextreme Wähler umwerbe.

Der Streit offenbart tiefe Gräben in der Frage von Zuwanderung und Einbürgerungsregeln. Die SPD hält die aktuelle Acht-Jahres-Frist für veraltet und wirtschaftlich nachteilig. Der Widerstand von Union und FDP deutet auf einen grundsätzlichen Konflikt über Deutschlands Integrationspolitik hin.

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