Streit um Drogenkonsumraum in Düsseldorf-Oberbilk: Schulen und Anwohner protestieren
Lotta WagnerStreit um Drogenkonsumraum in Düsseldorf-Oberbilk: Schulen und Anwohner protestieren
Pläne für ein neues Drogenkonsumraum-Zentrum im Düsseldorfer Stadtteil Oberbilk haben bei Anwohnern, Eltern und nahegelegenen Schulen massiven Widerstand ausgelöst. Die Einrichtung, die in einem ehemaligen Wohngebäude in der Eisenstraße eröffnet werden soll, liegt direkt hinter dem Düsseldorfer Flughafen und in unmittelbarer Nähe zu zwei Schulen. Kritiker halten den Standort für gefährlich, während die Stadtverwaltung betont, dass Maßnahmen ergriffen werden, um Bedenken auszuräumen.
Das geplante Zentrum ist Teil des Düsseldorfer Projekts "Sicherheit im Bahnhofsumfeld" (SiBu), das den Drogenkonsum aus öffentlichen Räumen in kontrollierte Umgebungen verlagern soll. Ähnliche Einrichtungen nach Zürcher Vorbild gibt es seit Jahrzehnten in deutschen Städten wie Berlin, Hamburg und Frankfurt. Befürworter, darunter Drogenhilfeorganisationen, argumentieren, dass ein zentraler Standort essenziell ist, um eine sicherere Alternative zum Konsum auf der Straße zu bieten.
Doch die Standortwahl stößt auf heftige Ablehnung. Zwei benachbarte Schulen wandten sich in einem Schreiben an die Stadt und nannten die Lage "vollkommen inakzeptabel", mit der Warnung, dass Kinder mit hartem Drogenkonsum konfrontiert werden könnten. Auch Anwohner äußerten Sorgen wegen der Gebäudestruktur und wiesen auf dunkle Ecken hin, die drogenbezogene Straftaten begünstigen könnten.
Bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung zeigten sich viele Teilnehmer verärgert, da zentrale Fragen – etwa zum Betrieb des Zentrums und zu Schutzvorkehrungen – unklar blieben. Die Stadt versprach daraufhin bauliche Anpassungen, um Sichtkontakt zu verhindern, und bestätigte, dass Sicherheitskräfte, Sozialarbeiter und medizinisches Personal vor Ort sein werden. Zudem sollen Ordnungsbeamte und Polizei die Umgebung regelmäßig kontrollieren, um Drogenhandel und Rüpelhaftigkeit zu unterbinden – Probleme, wie sie in der Nähe einer anderen Einrichtung im Stadtteil Flingern aufgetreten sind.
Die Stadt betont, dass das Zentrum auf einer engen Zusammenarbeit zwischen Trägern und lokalen Behörden basiert, um Risiken zu steuern und die Sicherheit zu gewährleisten.
Trotz anhaltender Proteste soll die Einrichtung wie geplant eröffnet werden. Die Stadt hat Sicherheits- und Betriebskonzepte vorgelegt, darunter bauliche Veränderungen und Personal vor Ort. Ob das Projekt gelingt, hängt davon ab, ob es gelingt, die Ängste der Anwohner und Schulen in der Umgebung zu zerstreuen.