22 March 2026, 00:16

Streit um Castor-Transporte: Atommüll aus Jülich rollt nach Ahaus – doch wohin dann?

Ein Mann in einem weißen Anzug trägt einen gelben Eimer mit einem radioaktiven Symbol, umgeben von maskierten Individuen mit Taschen, mit Gebäuden, einem Laternenpfahl, Fahnen und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Streit um Castor-Transporte: Atommüll aus Jülich rollt nach Ahaus – doch wohin dann?

Deutschland bereitet die Verlegung von 152 Castor-Behältern mit atomarem Abfall vom Forschungszentrum Jülich nach Ahaus vor – trotz anhaltender juristischer und politischer Auseinandersetzungen. Die ersten Transporte sollen bereits nächste Woche beginnen und den Auftakt für mehr als 50 geplante Fahrten markieren. Der Müll lagert seit vier Jahrzehnten in Jülich, ohne dass eine dauerhafte Endlagerstätte in Sicht ist.

Der Atommüll stammt aus einem Versuchsreaktor des Forschungszentrums Jülich, der 1988 abgeschaltet wurde. Seither wird das Material in einem Zwischenlager auf dem Gelände aufbewahrt – einer Anlage, die seit 2013 ohne gültige Genehmigung betrieben wird. Das Zentrum weigert sich, den Müll länger zu behalten, und zwingt die Behörden damit zum Handeln.

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Vor Ort regt sich massiver Widerstand. Die Stadt Ahaus und Anti-Atomkraft-Initiativen haben versucht, die Transporte zu stoppen, doch ihre Bemühungen blieben erfolglos. Auch das Zwischenlager in Ahaus verfügt nur über eine bis 2036 befristete Genehmigung – eine langfristige Lösung für den Atommüll gibt es nach wie vor nicht.

Das Forschungszentrum Jülich hat unterdessen seine Schwerpunkte verlagert und forscht nun vorrangig an Quantencomputern, während die Entsorgung des atomaren Erbes hinter ihm liegt. Die anstehenden Transporte müssen bis zum 26. März 2026 abgeschlossen sein, doch wie viele Fahrten tatsächlich stattfinden, bleibt unklar.

Die deutsche Atomdebatte geht indes weiter. Obwohl der Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen ist, bleibt die ungelöste Frage der Endlagerung – wie dieser aktuelle, umstrittene Transport einmal mehr zeigt.

Die ersten Atommüll-Transporte werden Jülich nächste Woche verlassen, Dutzende weitere sollen folgen. Nach Jahren von Rechtsstreitigkeiten und Verzögerungen rollen die Castoren nun – doch wohin der Müll am Ende kommt, steht weiterhin in den Sternen. Ahaus bleibt vorerst der einzige genehmigte Zwischenlagerstandort, obwohl auch dessen Betriebserlaubnis in gut einem Jahrzehnt ausläuft.

Quelle