Spektakulärer Tresorknacker-Coup: 3.250 Schließfächer in Gelsenkirchen leergeräumt
Clara KrausKriminalermittler fordern Kontrollmechanismen für Schließfächer - Spektakulärer Tresorknacker-Coup: 3.250 Schließfächer in Gelsenkirchen leergeräumt
Dreiste Räuber erbeuten Inhalte von fast 3.250 Schließfächern in Gelsenkirchen
Bei einem spektakulären Einbruch in ein Tresorlager in Gelsenkirchen haben Diebe die Inhalte von knapp 3.250 Schließfächern gestohlen. Der Einbruch wurde erst am 29. Dezember entdeckt, nachdem ein Feueralarm die Behörden alarmiert hatte – die Beute könnte jedoch bereits über mehrere Tage abtransportiert worden sein. Ermittler vermuten nun, dass der Coup mit den generellen Risiken unregulierter Schließfächer und möglicher Geldwäsche zusammenhängt.
Die Täter bohrten ein großes Loch in den Tresorraum, nachdem sie zuvor einen Archivraum durchbrochen hatten. Fast jedes Kundenfach – insgesamt rund 3.250 – wurde bei dem Angriff geöffnet.
Der Vorfall hat die Debatte über mangelnde Kontrollen bei Schließfächern neu entfacht. Nach der sechsten EU-Geldwäscherichtlinie unterliegen diese Fächer weiterhin keinerlei Regulierung. Oliver Huth, Landesvorsitzender der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) in Nordrhein-Westfalen, warnte, dass dort jeder Bargeld oder Vermögenswerte ohne Überprüfung lagern könne. Er verwies auf einen früheren Fall, in dem eine Kindergärtnerin 300.000 Euro in einem Banktresor aufbewahrt hatte – ein Beispiel für möglichen Missbrauch. Huth räumte ein, dass zwar manche Mieter legitime Dinge wie Familienerbstücke lagern, andere das System aber ausnutzen könnten. Die Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität Nordrhein-Westfalen (LBF NRW), die auf Finanzkriminalität spezialisiert ist, prüft nun mögliche Verbindungen zur Geldwäsche. Unterdessen wies ein Anwalt betroffener Kunden Vorwürfe zurück, in den ausgeraubten Fächern befänden sich illegale Gelder, und verwies auf Nachweise über rechtmäßigen Besitz.
Der Einbruch in Gelsenkirchen hat die Sicherheitslücken bei Schließfächern und deren Regulierung schonungslos offenbart. Da Banken die Inhalte nicht überwachen können, befürchten die Behörden, dass solche Einrichtungen organisierter Kriminalität Vorschub leisten. Angesichts der laufenden Ermittlungen zum Diebstahl und möglichen Verstrickungen in Finanzkriminalität mehren sich die Forderungen nach strengeren Kontrollen.