13 January 2026, 04:13

Späte Glättewarnung bringt Chaos für Eltern an NRW-Grundschulen

Eine Schule mit einer Tür, Fenstern und einem "Willkommen in einer kinderfreundlichen Schule"-Schild, mit einem Auto davor, umgeben von Topfpflanzen, Bäumen, Menschen, Pfählen, Drähten und einem bewölkten Himmel.

Eltern fordern frühere Informationen zu Schulschließungen in NRW - Späte Glättewarnung bringt Chaos für Eltern an NRW-Grundschulen

Grundschulen in Nordrhein-Westfalen wechselten am Montag zum Distanzunterricht – nach Warnungen vor Glatteisgefahr

Die Grundschulen in Nordrhein-Westfalen stellten am Montag auf Fernunterricht um, nachdem Behörden vor extremer Glatteisbildung gewarnt hatten. Die Entscheidung fiel erst spät am Sonntagabend und ließ viele Eltern in letzter Minute nach Betreuungslösungen suchen. Zwar waren die Sicherheitsbedenken nachvollziehbar, doch die kurze Vorlaufzeit löste Kritik bei Familien und Bildungsverbänden aus.

Bildungsministerin Dorothee Feller hatte bereits am Freitag mögliche Schulschließungen wegen der vorhergesagten Eisglätte angekündigt. Am Sonntagmittag bestätigte das Ministerium dann landesweit den Wechsel zum Distanzunterricht für den folgenden Tag – mit Verweis auf die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler als Hauptgrund.

Eltern zeigten sich verärgert über die verzögerte Kommunikation. Viele berufstätige Familien hatten Schwierigkeiten, kurzfristig eine Kinderbetreuung zu organisieren, da die Mitteilung nur wenige Stunden vor Schulbeginn erfolgte. Josephine Behrens, Vorsitzende des Landeselternverbandes Grundschule, argumentierte, dass Eltern gleichzeitig mit den Schulen hätten informiert werden müssen, wenn diese bereits am Freitag in Kenntnis gesetzt worden seien.

Trotz der Umstellungen überlastete der Wechsel zu digitalen Lernformaten die Schüler nicht. Lehrkräfte vergaben die Aufgaben in einem überschaubaren Tempo und vermieden übermäßige Arbeitsbelastung. Die meisten Grundschulen boten zudem eine Notbetreuung an, auch wenn in Einzelfällen Lücken bei der Unterstützung gemeldet wurden.

Die Priorisierung der Sicherheit durch das Ministerium wurde zwar grundsätzlich akzeptiert, doch der späte Zeitpunkt der Bekanntgabe stellte viele Familien vor Herausforderungen. Der Landeselternverband fordert für künftige wetterbedingte Schulschließungen frühzeitigere Warnungen. Mittlerweile haben die Schulen den Regelbetrieb wieder aufgenommen, da die Glatteisgefahr nachgelassen hat.