12 February 2026, 10:37

Solinger Kirche plant radikale Gebäudeschließungen bis 2035 – und setzt auf Klimaneutralität

Ein altes Buch mit einer detaillierten Zeichnung einer Kirche, einschließlich ihrer Fenster, Türen und anderer Merkmale, mit Text, der weitere Informationen über die Kirche liefert.

Solinger Kirche plant radikale Gebäudeschließungen bis 2035 – und setzt auf Klimaneutralität

Die evangelische Kirche in Solingen steht vor schwierigen Entscheidungen über die Zukunft ihrer Gebäude. Bei einer hitzigen Versammlung mit 350 Teilnehmenden am 11. Februar wurden Pläne diskutiert, die Zahl der Kirchenimmobilien deutlich zu verringern. Ziel ist es, alle verbleibenden Standorte bis 2035 klimaneutral zu gestalten – bei gleichzeitiger Halbierung der aktuellen Gebäude bis dahin.

Aktuell verwaltet die Kirche 13 aktive Kirchengebäude, neun Gemeindezentren sowie Pfarrsäle. Bisher wurde keines davon geschlossen, doch Veränderungen stehen bevor. Besonders bedroht sind die Gebäude der kleinsten Gemeinden – Widdert, Rupelrath, Merscheid und Ketzberg. Größere Gemeinden wie Ohligs, Wald, Mitte und Dorp sind dagegen vorerst nicht von Schließungen betroffen.

Eine endgültige Entscheidung über Gebäudeschließungen soll bis Ende 2027 fallen. Gleichzeitig rechnet die Kirche mit einem drastischen Rückgang der Mitgliederzahlen: von derzeit 35.000 auf nur noch 16.500 im Jahr 2040. Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird voraussichtlich im gleichen Maße sinken.

An der Versammlung nahmen Vertreter aller zehn Gemeinden teil. Viele äußerten Bedenken über den Verlust örtlicher Gottesdiensträume, doch die Kirche betont, dass die Maßnahmen für eine nachhaltige Zukunft unverzichtbar seien.

Geplant ist, bis 2035 die Hälfte der Gebäude zu verkaufen, während die verbleibenden Standorte die Klimaziele erfüllen sollen. Die endgültige Liste der Schließungen wird bis 2027 feststehen. Die Umstrukturierung ist eine Reaktion auf finanzielle Zwänge und den erwarteten Mitgliederschwund in den kommenden zwei Jahrzehnten.