Solingen streitet um faire Löhne nach umstrittenen Krankenhaus-Ausgliederungen
Clara KrausSolingen streitet um faire Löhne nach umstrittenen Krankenhaus-Ausgliederungen
In Solingen wächst der Druck auf die Stadt wegen der umstrittenen Ausgliederung von Krankenhausdienstleistungen. Sowohl die SPD als auch das Bürgerbündnis für Solingen (BfS) fordern nun dringend Nachbesserungen. Im Mittelpunkt steht die Durchsetzung besserer Löhne und Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten – durch einen neuen Tarifvertrag mit der Gewerkschaft ver.di.
Kritikpunkt ist die Gründung einer eigenständigen kommunalen Servicegesellschaft durch das Solinger Klinikum im Jahr 2023. Die SPD begründet den Schritt mit der angespannten finanziellen Lage im Krankenhaussektor, pocht aber inzwischen auf einen ordentlichen Tarifvertrag mit einer DGB-Gewerkschaft, um die Mitarbeiter zu schützen.
Das BfS geht noch weiter und bezeichnet die Ausgliederung als Fehler. Stadtrat Martin Bender erklärt, die frühere Warnung der Gruppe vor Lohnkürzungen und einer gespaltenen Belegschaft habe sich bewahrheitet. Das Bündnis fordert nun fairere Rentenregelungen, um Altersarmut unter den Beschäftigten zu verhindern.
Trotz unterschiedlicher Positionen sind sich beide Lager in einem Punkt einig: Ein schneller Abschluss mit ver.di ist unverzichtbar. Die SPD verlangt von Oberbürgermeister Tim Kurzbach, den Klinikvorstand anzuweisen, bis zum 1. Oktober in Verhandlungen einzutreten. Eine vollständige Rücknahme der Ausgliederung gilt angesichts der Mitarbeiterzahl und steigender Kosten jedoch als unwahrscheinlich.
Die Debatte offenbart tiefe Sorgen um Löhne und Arbeitsbedingungen in der Servicegesellschaft. Ein neuer Tarifvertrag könnte greifbare Verbesserungen für die Belegschaft bringen. Bis dahin drängen die politischen Kräfte der Stadt gemeinsam auf zügige Lösungen – noch vor der Oktober-Frist.






