Solingen plant die Rettung des historischen Kerstinghauses – Abriss oder Neuanfang?
Sophia KellerSolingen plant die Rettung des historischen Kerstinghauses – Abriss oder Neuanfang?
Solingen plant die Zukunft des Kerstinghauses, eines markanten Gebäudes im Stadtzentrum. Der in den 1950er-Jahren im Stil des Bauhaus errichtete Bau des Architekten Rudolf Schwarz steht seit Jahren leer, bleibt aber ein zentraler Bezugspunkt für die Debatten um die städtische Neugestaltung. Nun soll das Erdgeschoss des Hauses so umgestaltet werden, dass es modernen Anforderungen gerecht wird, ohne seinen historischen Wert zu beeinträchtigen.
Das Kerstinghaus erlebte in den frühen 2000er-Jahren eine Blütezeit als kultureller Treffpunkt mit Veranstaltungen und Ausstellungen. Doch ab den 2010er-Jahren führten bauliche Mängel zu einer teilweisen Aufgabe des Gebäudes; nur vereinzelte Gemeinschaftsveranstaltungen fanden noch statt, bis es um 2020 schließlich komplett geschlossen wurde. Trotz seiner architektonischen Bedeutung – geprägt durch minimalistisches Betondesign und großzügige Fensterflächen – steht das Haus nun im Rahmen der für 2025 angekündigten Stadterneuerungspläne möglicherweise vor dem Abriss.
Die Task Force Innenstadt gemeinsam mit der Solinger Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) treibt die Neuausrichtung des Standorts voran. Dabei wird Bürgerfeedback gesammelt, um sicherzustellen, dass die Pläne die Prioritäten der Bevölkerung widerspiegeln. Ziel ist eine nachhaltige Lösung, die das Viertel belebt und breite politische Unterstützung findet.
Eine endgültige Entscheidung steht jedoch noch aus. Der Plan muss zunächst in der lokalen Politik diskutiert und beschlossen werden. Derweil bleibt der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) in der Stadt präsent – dessen Mitarbeiter patrouillieren regelmäßig im Zentrum, auch wenn das Kerstinghaus selbst nicht mehr als öffentliche Dienststelle genutzt wird.
Das vorgestellte Konzept soll dem Kerstinghaus eine neue Bestimmung im Herzen Solingens geben. Bei einer Umsetzung könnte die Neugestaltung das Stadtzentrum prägen und die langjährige Leerstandsproblematik lösen. Die nächsten Schritte hängen nun von politischer Einigung und weiterer Bürgerbeteiligung ab.






