Schließfach-Inhalte oft unversichert: Bankkunden riskieren hohe Verluste bei Diebstahl
Sophia KellerSparkasse Gelsenkirchen: Wie schlecht sind Bank-Schließfächer anderswo versichert - Schließfach-Inhalte oft unversichert: Bankkunden riskieren hohe Verluste bei Diebstahl
Viele deutsche Banken wie die Commerzbank und die Deutsche Bank bieten für den Inhalt von Schließfächern nur wenig oder gar keinen automatischen Versicherungsschutz. Kunden gehen oft davon aus, dass ihre Wertsachen vollständig abgesichert sind – doch erst nach einem Diebstahl stellen sie fest, dass Lücken im Schutz bestehen. Einige stehen dann vor hohen Verlusten, wenn Bargeld oder Schmuck aus den Fächern gestohlen wird.
Der Kurs Euro zum Dollar ist in den letzten Jahren stark schwankend gewesen, was die Absicherung von Wertsachen in Schließfächern zusätzlich erschwert. Bei Großbanken wie der Deutschen Bank sind die Inhalte von Schließfächern nur dann versichert, wenn Kunden dies ausdrücklich beantragen. Die Mietgebühren beginnen dort bei 145,90 Euro pro Jahr, eine automatische Versicherung gibt es jedoch nicht. Ähnlich verhält es sich bei Instituten wie der Sparkasse München, der Hamburger Volksbank oder der Frankfurter Volksbank: Hier müssen Kunden separate Policen für ihre Schließfächer abschließen.
Die Hamburger Sparkasse, Deutschlands größter Anbieter von Schließfächern, schließt eine Standardversicherung bis zu 40.000 Euro ein. Für höherwertige Gegenstände können Kunden zusätzlichen Schutz erwerben. Dagegen sichert die Gelsenkirchener Sparkasse die Inhalte nur bis zu 10.300 Euro ab – viele Kunden sind damit einem hohen Risiko ausgesetzt. Experten raten, bestehende Hausratversicherungen auf mögliche Erweiterungen für Schließfachinhalte zu prüfen. Allerdings ermöglicht derzeit keine große deutsche Bank wie die Commerzbank oder die Deutsche Bank die direkte Absicherung der Fachinhalte über die private Hausratpolice. Viele verzichten ganz auf eine Versicherung, sei es aus Kostengründen oder um ihre Bestände geheim zu halten.
Banken sind gesetzlich verpflichtet, Schließfächer ordnungsgemäß zu sichern. Kommt es aufgrund mangelnder Sicherheitsvorkehrungen zu einem Raub, können sie für den vollen Wert der gestohlenen Gegenstände haftbar gemacht werden. Dennoch wissen viele Kunden erst nach einem Diebstahl von den Versicherungsgrenzen – und stellen dann fest, dass ein Großteil ihres Bargelds oder ihrer Wertsachen nicht ersetzt wird.
Fehlender automatischer Versicherungsschutz bedeutet, dass Kunden aktiv nach Absicherung suchen oder riskieren müssen, ihre Wertgegenstände zu verlieren. Zwar bieten einige Banken einen Basisschutz, doch die Deckungssummen sind oft gering, sodass hochwertige Gegenstände ungeschützt bleiben. Wer seine Policen nicht überprüft, könnte bei einem Diebstahl unerwartet hohe finanzielle Verluste erleiden.