11 February 2026, 22:35

Schiedsrichter Pascal Kaiser kämpft nach Coming-out gegen Homophobie im Fußball

Ein Vintage-Plakat, das eine Menge zeigt, die ein Fußballspiel in einem Stadion beobachtet, mit dem Text "Fußball von der U-Bahn - Londoner Humor Nr. 3" oben.

Schiedsrichter Pascal Kaiser kämpft nach Coming-out gegen Homophobie im Fußball

In Deutschlands drei höchsten Männer-Fußballligen gibt es keinen Profispieler, der offen schwul oder bisexuell lebt. Diese Tatsache bleibt unverändert – trotz früherer Fälle wie dem von Heinz Bonn, dessen sexuelle Orientierung erst posthum bestätigt wurde, oder ehemaligen Spielern wie Thomas Hitzlsperger. Unterdessen ist Pascal Kaiser, ein Amateur-Schiedsrichter, nach seinem Coming-out 2022 und den darauf folgenden Reaktionen – zwischen Unterstützung und gewalttätigen Anfeindungen – in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.

Kaiser sorgte 2022 für Schlagzeilen, als er öffentlich bekannt gab, schwul zu sein. Sein Statement "Ich will mich nicht mehr verstecken" brachte ihm breite Rückendeckung ein – vom Schiedsrichterausschuss, seinem Verein und dem Brandenburgischen Fußball-Verband. Seitdem pfeift er weiterhin Spiele bis hin zur Regionalliga und setzt sich gegen Homophobie im Fußball ein.

Seine Sichtbarkeit stieg weiter, als er seinem Partner Moritz vor fast 50.000 Fans im Kölner Stadion einen Heiratsantrag machte. Der Moment wurde gefeiert, doch kurz darauf wurde seine Privatadresse geleakt, was eine Polizeiermittlung nach sich zog.

Die Lage eskalierte, als Kaiser Opfer einer brutalen Attacke wurde. Die Behörden prüfen, ob der Angriff homophob motiviert war oder auf einen Konflikt mit einem Gastwirt zurückgeht. Der Vorfall hat die Fußballwelt erschüttert und zeigt, welchen Risiken offen queere Persönlichkeiten im Sport weiterhin ausgesetzt sind.

Kaisers Geschichte steht in scharfem Kontrast zur Schweigekultur unter Profispielern in der Bundesliga. Während er weiterhin als Schiedsrichter arbeitet und für mehr Akzeptanz kämpft, bleibt die Abwesenheit offen queerer Athleten in Deutschlands Spitzenligen bestehen. Der Angriff auf ihn hat die Herausforderungen von Sichtbarkeit im Fußball noch einmal schonungslos offenbart.