Satire trifft Politik: Kemptens Bürgermeisterwahl wird auf die Schippe genommen
Lotta WagnerSatire trifft Politik: Kemptens Bürgermeisterwahl wird auf die Schippe genommen
Satirische Comedy-Sketchs nehmen Kempten auf die Schippe – Bürgermeisterwahl im Fokus
Ein satirischer Comedy-Auftritt hat die politische Szene in Kempten auf die Schippe genommen und dabei besonders die anstehende Oberbürgermeisterwahl ins Visier genommen. Die Darbietung karikierte mögliche Kandidaten, während sie gleichzeitig deutlich Partei für den amtierenden Amtsinhaber ergriff. Der lokale Arzt und Komiker Spitzer führte die Nummer mit scharfem Witz und überzeichneten Darstellungen an.
Der Sketch begann mit Spitzers Scherzen über seine eigene Arztpraxis – er weigerte sich scherzhaft, Patienten mit Durchfall persönlich zu untersuchen. Anschließend wandte er sich der Politik zu und sang ein augenzwinkerndes Liedchen darüber, wie er in Kempten Parkgebühren umgeht – schließlich kennt ihn dort jeder gut genug, um ein Auge zuzudrücken.
Die potenziellen Nachfolger des Amtsinhabers wurden als durchweg problematisch dargestellt. "Rechenmeister" Eigstler und "Hai" Wilhelm wurden als fragwürdige Optionen präsentiert, deren Eignung mehr als zweifelhaft erschien. Franz-Josef Natterer-Babych gab den eitel-narzisstischen Selbstdarsteller, der sich ständig im Spiegel bewunderte. Dominik Tartler wurde als zu unerfahren abgetan – ein "junger Spund", dem es an Lebenserfahrung für das Amt fehle.
Katharina Schrader schnitt nicht besser ab: Sie wurde als schusselige Mutter-Holle-Figur persifliert, die planlos Herzen über die Stadt verstreute. Eine andere Figur, "DonQuiSchoche", lieferte sich einen aussichtslosen Kampf gegen den Einfluss der CSU. Unterdessen warnte "Hexe Mechthilde" mit strenger Miene: "Ein Mandat ist kein Andenken."
Die Freien Demokraten (FDP) bezogen klar Position und sprachen sich offen für eine dritte Amtszeit des aktuellen Oberbürgermeisters aus. Der Tenor des Sketches ließ wenig Vertrauen in die Alternativen erkennen und unterstrich die Botschaft, dass keiner der Herausforderer das Zeug zum Amt habe.
Die Aufführung ließ keinen Zweifel an ihrer politischen Tendenz – mit Humor wurden die Konkurrenten systematisch abgewertet. Zwar trieb die Satire die Schwächen der Kandidaten überspitzt auf die Spitze, doch das ernste Bekenntnis der FDP zum amtierenden Bürgermeister stach hervor. Die Darstellung des Wahlkampfs dürfte in Kemptens politischen Kreisen für weitere Diskussionen sorgen.






