12 March 2026, 08:13

Rücktritt von Olaf Hermes: Bonner Stadtwerke in Grundstücksskandal verstrickt

Ein altes Buch mit einer detaillierten Karte von Bonn, Frankreich, mit Straßen, Gebäuden und Sehenswürdigkeiten, begleitet von Texten über die Bevölkerung, Geschichte und Kultur der Stadt.

Rücktritt von Olaf Hermes: Bonner Stadtwerke in Grundstücksskandal verstrickt

Olaf Hermes, der Chef der Bonner Stadtwerke, hat seinen Rücktritt im Zuge eines anhaltenden Grundstücksskandals in Bonn angekündigt. Sein Abschied erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Stadt große Investitionen in Wärme- und Verkehrsinfrastruktur plant, gleichzeitig aber auch Einsparungen bei öffentlichen Dienstleistungen anstrebt. Hermes bestätigte, dass er bis zum Sommer gehen werde, und betonte, dass keine Umstände seine Entscheidung ändern würden.

Der Skandal war erstmals im Dezember bekannt geworden, als Hermes bekannt gab, dass lokale Politiker versucht hätten, in ein Grundstücksgeschäft auf dem Gelände des Flugplatzes Hangelar einzugreifen. Spätere Ermittlungen deuteten darauf hin, dass ein Bonner Busunternehmer – zugleich ein großer CDU-Spender – in das mutmaßliche Fehlverhalten verwickelt sein könnte.

Die Bonner Stadtwerke wollen nun einen vertraulichen Bericht über die Einmischungsversuche der Staatsanwaltschaft vorlegen. Unterdessen hat die Stadt Bonn rechtliche Schritte ab März 2026 angekündigt. Eine unabhängige Kanzlei wird die Vorwürfe prüfen, und eine Strafanzeige wegen des Verdachts auf Untreue und Korruption eingereicht. Zivilrechtliche Verfahren zur Rückforderung unrechtmäßig erlangter Vorteile könnten folgen, sofern der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung zustimmt.

Trotz der Kontroverse bekräftigte der Aufsichtsrat seine Unterstützung für Hermes und die Geschäftsführung und beschloss die weitere Zusammenarbeit. Daniel Rutte, Aufsichtsratsmitglied von Bündnis 90/Die Grünen, erklärte, Hermes habe "nichts falsch gemacht" – während die Verantwortlichen für die Fehler weiterhin in ihren Ämtern blieben.

Hermes' Abgang hinterlässt die Bonner Stadtwerke an einem entscheidenden Wendepunkt: zwischen ehrgeizigen Klima- und Verkehrsprojekten und finanziellen Zwängen. Die rechtlichen Schritte der Stadt gegen die mutmaßliche Korruption werden wie geplant vorangetrieben, wobei in den kommenden Monaten mit weiteren Entscheidungen zu rechnen ist.

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