Rosenmontagsumzüge 2026: Politische Satire trifft auf Karnevalsrausch in Köln und Düsseldorf
Clara KrausSo prächtig und politisch war der Karneval lange nicht - Rosenmontagsumzüge 2026: Politische Satire trifft auf Karnevalsrausch in Köln und Düsseldorf
Die Rosenmontagsumzüge haben erneut die Straßen von Köln und Düsseldorf in Beschlag genommen und bilden den Höhepunkt des rheinischen Karnevals. Diese Leitveranstaltungen verbinden jahrhundertealte Traditionen mit scharfer politischer Satire und ziehen Hunderttausende Zuschauer an. Die monatelang vorbereiteten Wagen nehmen mit frecher, ungeschönter Komik globale Führungspersönlichkeiten und Kontroversen aufs Korn.
In diesem Jahr blieb niemand verschont. In Düsseldorf tauchte Wladimir Putin gleich dreimal auf: am Steuer einer AfD-Drohne, wie er gemeinsam mit Donald Trump Europa verschlingt, und im Kampf gegen die Karnevalsfigur Hoppeditz. Kölns Motive zeigten Solidarität mit dem Wagenbauer Jacques Tilly, der in Moskau mit Strafverfolgung rechnen muss. Weitere Ziele der Spottattacken waren das iranische Mullah-Regime, eine dämonische Auferstehung Jeffrey Epsteins sowie Friedrich Merz und Markus Söder, die in einem mit fossilen Brennstoffen betriebenen Dino-Auto unterwegs waren.
Auch die US-Politik wurde auf die Schippe genommen – mit Donald Trump, Wolodymyr Selenskyj und J.D. Vance als Hauptfiguren. Jeder Wagen ist das Ergebnis monatelanger Handarbeit, damit jeder Witz sitzt und jede Anspielung trifft. Die Menge, die in Köln "Alaaf!" und in Düsseldorf "Helau!" skandierte, füllte stundenlang die Umzugsrouten für ein farbenfrohes Spektakel.
Für viele ist der Besuch ein geliebter Brauch – ob als Mitglied eines Karnevalsvereins oder in spontanen Gruppen. Im Mittelpunkt stehen stets die Wagen, die mit beißendem Spott aktuelle Themen aufgreifen und dabei eine Direktheit an den Tag legen, wie sie im öffentlichen Diskurs selten zu finden ist.
Die Rosenmontagsumzüge 2026 haben ihre Rolle als furchtlose Plattform für politische Kritik einmal mehr unter Beweis gestellt. Tausende erlebten die scharfe, oft provokante Auseinandersetzung mit globalen Themen. Mit einem weiteren Jahr mutiger Satire bleibt der Karneval, was er immer war: eine Mischung aus Feierlaune und Widerspruchsgeist – ungebrochen und lebendig.






