"Richi"-Meme löst nach 15 Jahren juristischen Streit um Privatsphäre aus
Lotta Wagner"Richi"-Meme löst nach 15 Jahren juristischen Streit um Privatsphäre aus
Ein virales Schweizer Meme mit dem Namen "Richi" hat nach Jahren kommerzieller Nutzung eine juristische Auseinandersetzung ausgelöst. Der Ausschnitt stammt aus einer TV-Dokumentation von 2010 und zeigt einen Jungen, der von einem Bagger fällt, während sein Vater erschrocken ruft. Nun fordert die betroffene Familie ein Ende der unautorisierten Verbreitung.
Das Meme tauchte erstmals 2010 in einer Folge der SRF-Serie "Auf und davon" auf, die den Umzug der Familie Schömbächler nach Kanada begleitete. Die Szene zeigt, wie ein kleiner Junge vom Bagger stürzt, während der verzweifelte Ruf seines Vaters – "Richiii! I ha gseit, du söusch di guet häbe!" – in der Schweiz sofort zum geflügelten Wort wurde. Mit der Zeit sammelte der Clip über eine Million Aufrufe auf YouTube und inspirierte Merchandise-Artikel wie Socken, Aufbügelmotive und sogar ein Kinderbuch.
2022 veröffentlichte die Schweizer Band Stubete Gäng den Song "Richi", der den Ruf des Vaters samplet. Der Titel wurde populär und avancierte 2024 zur offiziellen Torhymne des Schweizer Eishockeyverbands. Doch 2025 meldete sich die Familie Schömbächler, die sich jahrelang aus der Öffentlichkeit herausgehalt hatte, erstmals zu Wort. Sie argumentierte, die kommerzielle Nutzung des Memes verletze ihre Privatsphäre und Würde – insbesondere die Rechte ihrer Kinder.
Nach den Protesten der Familie strich der Eishockeyverband den Song als Hymne. Auch Stubete Gäng kündigte an, den Track ohne die Stimme von Hermann Schömbächler neu aufzunehmen. Dennoch verkaufen einige Unternehmen, darunter Swissmeme, weiterhin "Richi"-Produkte. Sie verweisen auf laufende Gespräche mit dem SRF, das teilweise die Rechte am Originalmaterial hält.
Die Intervention der Familie Schömbächler hat zwar zu Einschränkungen bei der Nutzung des Memes geführt, doch nicht alle kommerziellen Aktivitäten wurden gestoppt. Der Song wird überarbeitet, die Eishockey-Liga spielt ihn nicht mehr, doch Merchandise bleibt erhältlich. Der Fall zeigt die anhaltenden Spannungen zwischen viralem Content und dem Recht auf Privatsphäre.






