Ricarda Langs Karnevalsspott entfacht alten Streit zwischen Söder und Bär
Clara KrausRicarda Lang macht sich über Söder lustig: "Nürnberger Würstchen" - Ricarda Langs Karnevalsspott entfacht alten Streit zwischen Söder und Bär
Eine Karnevalsrede der früheren Grünen-Vorsitzenden Ricarda Lang hat eine alte Kontroverse um die bayerische Ministerin Dorothee Bär und CSU-Chef Markus Söder wiederbelebt. Bei der Veranstaltung in Aachen, die Teil einer langjährigen satirischen Tradition war, nahm Lang beide Politiker vor Publikum auf die Schippe. Ihre Äußerungen erinnerten an einen Vorfall im Dezember, als eine Bemerkung Söders über Bär bereits für Diskussionen gesorgt hatte.
Im Rahmen der Verleihung des 'Ordens gegen tödlichen Ernst' setzte Lang Söder mit scharfen Witzen zu. Sie bezeichnete ihn als 'Nürnberger Rostbratwurst mit Troll-Lizenz' und als 'fränkischen Fleisch-Sommelier' mit Napoleon-Komplex. Ihre Kommentare spielten dabei auch auf seine Körpergröße und sein angeblich arrogantes Auftreten an.
Kurz ging Lang auch auf Dorothee Bär ein, die in diesem Jahr als 'Ritterin des Ordens' geehrt wurde. Scherzhaft erklärte sie, sie müsse Bär gar nicht kritisieren – das überließen ja andere für sie. Damit spielte sie auf den CSU-Parteitag im Dezember an, bei dem Söder eine umstrittene Bemerkung über die Forschungsministerin gemacht hatte. Damals hatte er gesagt: 'Keine Frage, wir erwarten nicht viel von dir, aber wir würden uns freuen, wenn viel Geld nach Bayern fließt, liebe Doro – ha ha, das wär' doch schön.'
Bär hatte den Vorfall später heruntergespielt und erklärt, sie glaube nicht, dass Söder ihr schaden wollte, und er habe sich entschuldigt. Zudem äußerte sie den Wunsch, die Angelegenheit hinter sich zu lassen.
In den verfügbaren Quellen findet sich bisher keine öffentliche Reaktion Söders auf Langs Karnevalsrede.
Die satirische Veranstaltung rückte alte Spannungen wieder in den Fokus, wobei Langs Witze frühere Kritik an Söders Führungsstil aufgriffen. Bär hingegen bleibt versöhnlich und setzt darauf, den Konflikt beizulegen, statt ihn zu verlängern. Der Austausch zeigt, wie politische Rivalitäten in Deutschlands Karnevalstraditionen immer wieder aufleben.