Rheinmetall übernimmt kroatischen Robotik-Spezialisten DOK-ING für autonome Militärtechnik
Clara KrausRheinmetall übernimmt kroatischen Robotik-Spezialisten DOK-ING für autonome Militärtechnik
Deutscher Rüstungskonzern Rheinmetall übernimmt Mehrheit an kroatischem Robotikunternehmen DOK-ING
Der deutsche Rüstungsriese Rheinmetall hat eine Mehrheitsbeteiligung von 51 Prozent am kroatischen Robotikunternehmen DOK-ING erworben. Die Transaktion soll die Kompetenzen von Rheinmetall im Bereich autonomer Militärsysteme stärken und unterstreicht die wachsende Bedeutung Kroatiens als Technologiezentrum für Verteidigungslösungen.
Der Schritt erfolgt im Rahmen von Rheinmetalls Ausrichtung auf unbemannte und KI-gestützte Kriegführung. Zwar steht die regulatorische Genehmigung noch aus, doch die Übernahme passt zur langfristigen Strategie des Konzerns.
DOK-ING, mit Sitz in Kroatien, ist spezialisiert auf robotergestützte Minenräumsysteme, die bereits in Konfliktgebieten wie der Ukraine eingesetzt werden. Durch die Investition von Rheinmetall sollen diese Technologien in das breitere Portfolio autonomer Verteidigungssysteme des Unternehmens integriert werden. Rheinmetall hat unbemannte Unterstützungsfahrzeuge als entscheidende Lücke in seinem aktuellen Angebot identifiziert.
In den vergangenen drei Jahren hat Rheinmetall massiv in autonome und KI-basierte Verteidigungsprojekte investiert. 2024 präsentierte das Unternehmen auf der Rüstungsmesse Eurosatory den Kampfpanzer Lynx KF41 mit KI-Integration. Im selben Jahr sicherte es sich Aufträge zur Anpassung der Hero-120-Kampfdrohne für europäische Streitkräfte. Bis 2025 hatte Rheinmetall sein Forschungsbudget für KI in der Verteidigung von 500 Millionen auf über eine Milliarde Euro verdoppelt.
Ein weiteres zentrales Projekt ist Wingman, ein autonomes Begleitfahrzeug, das Hauptkampfpanzer begleiten soll. Zudem arbeitet Rheinmetall im Rahmen von Project Heron mit der Bundeswehr an der Erforschung autonomer Drohnenschwärme. Diese Entwicklungen zeigen den Anspruch des Unternehmens, die nächste Generation militärischer Technologien zu prägen.
Trotz eines kürzlichen Rückgangs des Aktienkurses um 6,5 Prozent – die Aktie schloss vergangene Woche bei 1.557,50 Euro – hat sich der Wert der Rheinmetall-Papiere im vergangenen Jahr um über 30 Prozent erhöht. Die Übernahme von DOK-ING festigt die Marktposition des Konzerns zusätzlich.
Kroatiens Beteiligung an dem Deal unterstreicht seine strategische Rolle als EU- und NATO-Partner in der Verteidigungsinnovation. Das Land wird zudem ein neues Exzellenzzentrum für autonome Systeme beherbergen und damit seine Position in der Branche weiter stärken.
Die Partnerschaft zwischen Rheinmetall und DOK-ING wird die Entwicklung unbemannter Militärsysteme beschleunigen. Nach der Genehmigung soll die Zusammenarbeit kroatisches Robotik-Know-how mit der industriellen Reichweite von Rheinmetall verbinden – und so die zukünftigen Fähigkeiten autonomer Kriegführung in Europa mitgestalten.






