ProWein 2024: Alkoholfreier Wein erobert den deutschen Markt mit Rekordwachstum
Ella KrausImmer mehr Winzer legen ihren Fokus auf alkoholfreie Weine - ProWein 2024: Alkoholfreier Wein erobert den deutschen Markt mit Rekordwachstum
ProWein-Weinmesse in Düsseldorf eröffnet – alkoholfreier Wein im Aufwind
Diese Woche hat in Düsseldorf die ProWein-Weinmesse ihre Tore geöffnet und zieht über drei Tage zehntausende Besucher an. Einer der Höhepunkte: ein deutlicher Wandel im Konsumverhalten, bei dem alkoholfreie Weine im Mittelpunkt stehen. Der Trend spiegelt tiefgreifendere Veränderungen auf dem deutschen Weinmarkt wider, wo leichtere, alkoholfreie Alternativen zunehmend an Beliebtheit gewinnen.
Mittlerweile entfallen rund zwei Prozent des deutschen Weinumsatzes auf alkoholfreie Weine. Der Absatz stieg im vergangenen Jahr um 25 Prozent, während 2023 bereits 44 Prozent mehr Haushalte zu diesen Produkten griffen als noch 2022. Die Getränke enthalten höchstens 0,5 Volumenprozent Alkohol – deutlich weniger als die 10 bis 13 Prozent bei herkömmlichen Weinen.
Verbesserte Geschmacksqualitäten und ein größeres Angebot befeuern die Nachfrage. Inzwischen bietet jedes dritte deutsche Weingut alkoholfreie Varianten an, 2022 war es noch etwa jedes vierte. Der Trend passt zu einem wachsenden Gesundheitsbewusstsein und zwingt die Produzenten zur Anpassung.
Die deutsche Weinbranche bleibt insgesamt bedeutend: Die Anbauflächen umfassen 100.000 Hektar, zwei Drittel davon in Rheinland-Pfalz. Der jährliche Konsum liegt bei rund 1,5 Milliarden Litern, was einem Pro-Kopf-Verbrauch von durchschnittlich 21,5 Litern bei Erwachsenen entspricht. Zwar dominieren nach wie vor klassische Weine, doch internationale Hersteller aus Frankreich, Italien und Spanien drängen zunehmend mit alkoholfreien Alternativen auf den deutschen Markt.
Die ProWein zeigt, wie alkoholfreie Weine die Trinkgewohnheiten in Deutschland prägen. Mit steigenden Verkaufszahlen und immer mehr Weingütern, die ihr Sortiment erweitern, deutet nichts auf ein Abflauen des Wachstums hin. Noch ist der Wandel zwar ein kleiner, aber rasant wachsender Teil der deutschen Weinkultur.