Studie klärt sexuellen Missbrauch in der Erzdiözese Paderborn - Paderborns Erzbistum: 81 Jahre Vertuschung und ignorierte Opfer
Eine neue unabhängige Studie hat schwere Versäumnisse im Erzbistum Paderborn aufgedeckt. Die Forscher fanden heraus, dass Kardinäle über einen Zeitraum von 81 Jahren wiederholt Täter schützten und Opfer ignorierten. Die Erkenntnisse umfassen die Amtszeiten zweier hochrangiger Kirchenvertreter zwischen 1941 und 2022.
Im Mittelpunkt der Untersuchung steht das Erzbistum Paderborn, eine der bedeutenden katholischen Regionen in Nordrhein-Westfalen. Sein Gebiet erstreckt sich von Minden im Norden bis Siegen im Süden und von Herne im Westen bis Höxter im Osten. Das Bistum umfasst zudem Teile des Landkreises Waldeck-Frankenberg in Hessen sowie Bad Pyrmont in Niedersachsen und betreut rund 1,3 Millionen Katholiken.
Die Studie beleuchtet die Amtsführung der Kardinäle Lorenz Jaeger und Johannes Joachim Degenhardt. Beide werden beschuldigt, Täter gedeckt zu haben, während sie den Geschädigten kaum Beachtung schenkten. In einer zweiten Phase soll später die Amtszeit von Hans-Josef Becker untersucht werden, der das Bistum von 2002 bis 2022 leitete.
Ursprünglich war geplant, den Bericht früher zu veröffentlichen. Doch die COVID-19-Pandemie verzögerte die Arbeiten, und die Forscher stießen auf weitaus mehr Quellenmaterial als erwartet. Die vollständige Veröffentlichung ist nun für 2026 vorgesehen.
Die Ergebnisse zeigen systemische Versäumnisse in einem der sieben deutschen Erzbistümer auf. Paderborn besitzt innerhalb der katholischen Kirche Deutschlands erheblichen Einfluss, was den Schlussfolgerungen der Studie besonderes Gewicht verleiht. Weitere Untersuchungen werden zeigen, ob spätere Verantwortliche diese Probleme angegangen oder deren Fortbestehen geduldet haben.