NRW-Wirtschaft und Bundeswehr starten historische Zusammenarbeit in Düsseldorf
Clara KrausNRW-Wirtschaft und Bundeswehr starten historische Zusammenarbeit in Düsseldorf
Erstmaliges Treffen in Düsseldorf stärkt Zusammenarbeit zwischen NRW-Wirtschaft und Bundeswehr
In Düsseldorf fand ein bisher einzigartiges Treffen statt, um die Verbindungen zwischen der Wirtschaft Nordrhein-Westfalens und der Bundeswehr zu vertiefen. Rund 30 Vertreter der Industrie- und Handelskammern (IHKs) der Region sowie aus Landesministerien trafen sich mit Militärführern, um die Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich zu erörtern. Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Frage, wie private Unternehmen die sich wandelnden Sicherheitsbedürfnisse Deutschlands angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine unterstützen können.
Bei der gemeinsamen Unterrichtung wurde die zunehmende Abhängigkeit der Bundeswehr von Partnerschaften mit der Privatwirtschaft hervorgehoben. Beamte skizzierten konkrete Anforderungen an Unternehmen, damit die IHKs Firmen, die einen Beitrag leisten möchten, schneller und präziser beraten können. Der Fokus lag darauf, eine funktionsfähige Wirtschaft zu gewährleisten – mit sicheren Transportwegen, Energieversorgung und Beschaffungsstrukturen, die über klassische Militärtechnik hinausgehen.
Brigadegeneral Müller betonte die Bedeutung der Einbindung von Unternehmen über das IHK-Netzwerk. Er bezeichnete die Kammern als unverzichtbare Partner für die Kommunikation, insbesondere bei der Umsetzung der deutschen Sicherheitsstrategie. Dr. Ralf Mittelstädt, Hauptgeschäftsführer der IHK Nordrhein-Westfalen, pflichtete ihm bei und forderte eine engere Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und NRW-Wirtschaft.
Thema der Gespräche war auch der „Einsatzplan Deutschland“, der die Rolle der Bundeswehr beim Schutz kritischer Infrastrukturen und der Unterstützung des „German Hub“-Konzepts definiert. Dieser Plan ist Teil des NATO-Reinforcement and Sustainment Network (RSN), das darauf abzielt, die Verlegung verbündeter Truppen durch Deutschland in Friedens-, Krisen- und Konfliktzeiten zu erleichtern.
Das Landeskommando Nordrhein-Westfalen pflegt seit Langem einen offenen Dialog mit der regionalen Wirtschaft. Das aktuelle Treffen markierte jedoch die erste formelle Zusammenkunft zwischen IHK-Vertretern und Militärführung – ein Zeichen für einen strukturierteren Ansatz in der Zusammenarbeit.
Die Veranstaltung unterstrich Deutschlands Kurs hin zu größerer Verteidigungsbereitschaft und Resilienz. Unternehmen in NRW erhalten nun klarere Vorgaben, wie sie sich an militärischen Erfordernissen orientieren können – von Logistik bis zum Schutz kritischer Infrastrukturen. Die Partnerschaft zwischen Bundeswehr und IHKs wird künftig eine Schlüsselrolle bei der Unterstützung nationaler und NATO-geführter Verteidigungsbemühungen spielen.






