NRW verschärft Kampf gegen Slum-Vermieter mit neuem Wohnungsgesetz 2026
Clara KrausWie NRW den Missbrauch mit Schrottimmobilien stoppt - NRW verschärft Kampf gegen Slum-Vermieter mit neuem Wohnungsgesetz 2026
Nordrhein-Westfalen geht mit neuem Gesetz gegen Slum-Unterkünfte und ausbeuterische Vermieter vor
Mit dem Gesetz für faires Wohnen 2026 will das Land gegen verwahrloste Wohnverhältnisse und skrupellose Vermieter vorgehen. Der Entwurf entstand nach Jahren schwerwiegender Verstöße in Problemvierteln wie Duisburg-Marxloh oder Dortmund-Nord. Illegale Untervermietung, Schimmelbefall und fehlende Brandschutzmaßnahmen hatten die Behörden zum Handeln gezwungen.
Die Landesregierung hat nun den Gesetzentwurf verabschiedet, der sich gegen den Missbrauch von Wohnraum und menschenunwürdige Wohnbedingungen richtet. Künftig drohen Vermietern bei Verstößen Bußgelder von bis zu 500.000 Euro. Zudem erhalten die Behörden schärfere Befugnisse – etwa die Möglichkeit, Treuhänder zu bestellen oder in Extremfällen sogar Enteignungen vorzunehmen.
Eine Enteignung kommt jedoch nur infrage, wenn Kaufverhandlungen scheitern und das Grundstück dringend für Wohnzwecke benötigt wird. Das Gesetz verschärft zudem die Regeln für Kurzzeitvermietungen: Die erlaubnisfreie Frist wird von 90 auf 56 Tage pro Jahr verkürzt. Erstmals werden ausbeuterische Wohnpraktiken explizit verboten.
Kommunen erhalten das Recht, eine Registrierungspflicht und Qualitätskontrollen für Mietwohnungen durchzusetzen. Nur zertifizierte Unterkünfte, die die Standards erfüllen, dürfen künftig als Wohnraum genutzt werden und müssen ein "Fair-Wohnen-Siegel" vorweisen. Das Gesetz soll noch in diesem Herbst in Kraft treten und das Wohnraumstärkungsgesetz von 2021 ersetzen.
Ziel der Neuregelung ist es, die Wohnbedingungen durch strengere Kontrollen und härtere Strafen zu verbessern. Ein besserer Datenaustausch zwischen Behörden soll zudem Sozialbetrug im Zusammenhang mit Wohnraummissbrauch aufdecken. Falls verabschiedet, gibt das Gesetz den Behörden mehr Instrumente an die Hand, um Problemimmobilien zu bekämpfen und sicheres Wohnen zu gewährleisten.






