25 February 2026, 18:42

NRW startet digitale Plattform Amudim gegen Antisemitismus an Schulen

Ein Plakat mit der Aufschrift "Mangelnde Bildung: Der bösartige Kreislauf", das eine chaotische Anordnung verschiedener Menschen zeigt und die Schwere des Bildungsmangels betont.

Lehrer sollten entschiedener gegen Antisemitismus in Schulen vorgehen - NRW startet digitale Plattform Amudim gegen Antisemitismus an Schulen

Nordrhein-Westfalen startet digitale Plattform gegen wachsenden Antisemitismus an Schulen

Nordrhein-Westfalen hat eine neue digitale Plattform eingeführt, um Lehrkräfte im Kampf gegen den zunehmenden Antisemitismus an Schulen zu unterstützen. Das unter dem Namen Amudim veröffentlichte Tool reagiert auf die stark gestiegene Zahl von Feindseligkeiten gegenüber jüdischen Schüler:innen und Lehrkräften seit Oktober 2023. Die Behörden wollen damit klare Handlungsanweisungen geben, wie Vorfälle erkannt und behandelt werden können, die oft übersehen oder verharmlost werden.

Die Plattform entstand als Reaktion auf die wachsende Besorgnis über antisemitisches Verhalten in Klassenzimmern und Schulhöfen. Seit dem Angriff der Hamas auf Israel im Oktober 2023 verzeichnet die jüdische Gemeinschaft einen deutlichen Anstieg an Hilfegesuchen von besorgten Eltern und Schüler:innen. Offizielle Zahlen zeigen, dass im Jahr 2024 in NRW 940 antisemitische Vorfälle registriert wurden – ein Anstieg um 42 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Amudim bietet Lehrkräften Materialien zu historischen und modernen Formen von Antisemitismus, darunter verschlüsselte Sprache, Klischees und "Witze", die auf den ersten Blick harmlos wirken, aber zu einem feindseligen Umfeld beitragen. Die Plattform stellt zudem Unterrichtsmaterialien und fallbasierte Ratschläge für den Umgang mit schwierigen Situationen bereit. Schulen sind nun verpflichtet, die Schwere jedes Vorfalls zu bewerten, um zu entscheiden, ob polizeiliche oder rechtliche Schritte erforderlich sind.

Die Initiative ist Teil umfassender Bemühungen des Landes, die Konfliktlösung und Sensibilisierung zu verbessern. Viele antisemitische Vorfälle blieben in der Vergangenheit unbeanstandet – sei es aus Unsicherheit oder weil bestimmte Verhaltensweisen als zu belanglos eingestuft wurden. Durch strukturierte Informationen hoffen die Behörden, eine einheitlichere Reaktion an Schulen zu gewährleisten.

Die neuen Maßnahmen zielen darauf ab, Lehrkräfte besser auszustatten, um Antisemitismus effektiver zu erkennen und entgegenzuwirken. Angesichts der steigenden Vorfälle bietet die Plattform praktische Unterstützung für Schulen, die sich mit komplexen und sensiblen Themen auseinandersetzen müssen. Der Ansatz des Landes spiegelt eine breitere Bestrebung wider, Feindseligkeiten in Bildungseinrichtungen konsequenter zu begegnen.

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