14 February 2026, 00:37

NRW plant feste Kita-Kernzeiten – doch Eltern sind gespalten

Ein Plakat mit dem Text "Brauchen die Armen ihre Kinder's Hilfe?" begleitet von Bildern.

NRW plant feste Kita-Kernzeiten – doch Eltern sind gespalten

Nordrhein-Westfalens neue Kinderministerin Verena Schäffer (Grüne) drängt auf feste Kernbetreuungszeiten in Kitas. Sie kritisiert, dass das aktuelle System unzuverlässig sei und reformiert werden müsse, um den Fachkräftemangel zu bewältigen. Die geplanten Änderungen sollen Flexibilität mit einer stabilen Kinderbetreuung in Einklang bringen.

Das neue Kinderbildungsgesetz würde es Kitas ermöglichen, das Personal in zwei Gruppen aufzuteilen: Stammfachkräfte mit einer dreijährigen Ausbildung würden täglich fünf Stunden Kernbetreuungszeit abdecken, während ergänzende Kräfte mit zweijähriger Qualifikation die restlichen Randzeiten übernehmen. Schäffer bezeichnet dies als "Notlösung", falls qualifizierte Stellen unbesetzt bleiben.

Das Modell orientiert sich an Systemen in Bayern und Baden-Württemberg, wo Kernzeiten bereits 2014 eingeführt wurden. Dort stieg die Effizienz, und das Betreuungsangebot blieb stabil oder nahm leicht zu. Allerdings zeigte sich eine gespaltene Elternzufriedenheit: Studien ergaben, dass 60 bis 70 Prozent der Eltern die starren Zeiten kritisierten, während das Personal eine 20 Prozent höhere Arbeitszufriedenheit angab – dank geringerer Belastung. In Schweden und Dänemark, wo die Kernzeiten von 7 bis 17 Uhr reichen, stieg die Zahl der Betreuungsplätze seit 2010 um 10 bis 15 Prozent. Über 80 Prozent der Eltern waren zufrieden, was auf längere Öffnungszeiten und eine geringere Personalfluktuation zurückzuführen ist.

Schäffer räumt ein, dass der Mangel an Fachkräften weiterhin besteht. Die Reformen präsentiert sie als Möglichkeit, entweder die Betreuungszeiten zu kürzen oder das Personal flexibler einzusetzen – immer mit dem Ziel, Schließungen zu vermeiden und die Qualität zu sichern.

Die geplanten Änderungen würden die Personalstruktur in nordrhein-westfälischen Kitas neu ordnen: Ein Mix aus voll ausgebildeten und ergänzenden Kräften soll die verlängerten Öffnungszeiten abdecken. Falls umgesetzt, könnte das Modell die Belastung des Systems verringern – doch mit gemischten Reaktionen von Eltern und Beschäftigten ist zu rechnen.