NRW hebt Lehrkräfte-Gehälter an – doch die Kritik an fehlenden Karriereanreizen wächst
Lotta WagnerNRW hebt Lehrkräfte-Gehälter an – doch die Kritik an fehlenden Karriereanreizen wächst
Nordrhein-Westfalen gleicht ab August 2026 die Einstiegsgehälter aller Lehrkräfte an. Ab dem 1. August 2026 werden in Nordrhein-Westfalen die Anfangsgehälter für alle Lehrkräfte vereinheitlicht. Mit der Reform steigen künftig alle Lehrerinnen und Lehrer in die Besoldungsstufe A13 ein – bisher ein Privileg der Gymnasiallehrkräfte. Doch die Neuregelung stößt auf Kritik, weil sie keine Anreize für Führungs- und Beförderungspositionen schafft. Ziel der Reform ist es, den Personalmangel an Grundschulen und weiterführenden Schulen wie Hauptschulen, Realschulen und Gesamtschulen zu bekämpfen, indem die Einstiegsgehälter angehoben werden. Bisher verdienen Lehrkräfte an diesen Schulformen weniger als ihre Kollegen an Gymnasien. Die Anpassung soll diese Lücke schließen. Allerdings sieht der Plan keine Gehaltserhöhungen für Lehrkräfte in Führungs- oder Funktionsstellen vor. Gewerkschaften warnen, dass dadurch rund 1.200 unbesetzte Schulleitungs- und Stellvertreterposten weiterhin vakant bleiben könnten. Viele beförderte Lehrkräfte fühlen sich abgewertet, da ihre zusätzlichen Aufgaben nicht finanziell honoriert werden. Die Kritik wird von Oppositionsparteien und Gewerkschaften immer lauter. Sie befürchten, dass Schulen ohne attraktivere Bezahlung für Führungspositionen weiterhin Schwierigkeiten haben werden, diese Stellen zu besetzen. Die Gewerkschaften fordern bis 2027 eine separate Reform der Gehaltsstrukturen für Schulleitungen und beförderte Lehrkräfte. Zudem verlangen sie klarere Laufbahnregelungen und gesicherte Finanzmittel, um die Änderungen umzusetzen. Die SPD bringt die aktuelle Gehaltsstruktur mit der hohen Zahl unbesetzter Führungspositionen in Verbindung. Doch da sich die Reform auf die Grundgehälter konzentriert, stellen viele ihre langfristige Wirkung auf die Schulorganisation infrage. Ab 2026 beginnen neu eingestellte Lehrkräfte zwar in der Stufe A13, doch das Fehlen von Anreizen für Beförderungen könnte die Karriereentwicklung hemmen. Ohne weitere Nachbesserungen drohen den Schulen trotz höherer Einstiegsgehälter weiterhin Führungsengpässe.