Nora Burgard-Arps dystopischer Roman "Wir nicht" trifft auf Abtreibungsdebatten in Bottrop
Clara KrausNora Burgard-Arps dystopischer Roman "Wir nicht" trifft auf Abtreibungsdebatten in Bottrop
Autorin Nora Burgard-Arp stellt Debütroman "Wir nicht" am 26. September 2025 im Filmforum der VHS Bottrop vor
In ihrem dystopischen Roman "Wir nicht" erzählt Nora Burgard-Arp die Geschichte von Mathilda, einer Frau, die nach dem Verlust der Kontrolle über ihren eigenen Körper zu extremen Schritten gezwungen wird. Die Lesung fällt in eine Zeit lebhafter Debatten in Deutschland über Abtreibungsrechte und politische Verantwortung.
Burgard-Arps Roman entwirft eine Zukunft, in der die reproduktiven Rechte von Frauen streng kontrolliert werden. Die Protagonistin Mathilda schweigt lange über Ungerechtigkeiten – bis eine ungewollte Schwangerschaft sie zum Handeln drängt. Um ihre Selbstbestimmung zurückzuerobern, stellt sie sich mit radikalen Mitteln gegen das System.
Die Veranstaltung in der Volkshochschule Bottrop ist Teil der Aktionen zum Safe Abortion Day, einer jährlichen Kampagne, die Abtreibung als medizinisches Recht einfordert. Im Anschluss an die Lesung entwickelte sich eine angeregte Diskussion über individuelle politische Verantwortung. Bücher waren vor Ort erhältlich und konnten signiert werden, unterstützt vom Humboldt-Buchladen Bottrop.
Abtreibungsrecht in Deutschland: Eine lange Geschichte der Kontroversen Seit 1871 ist Abtreibung in Deutschland durch § 218 StGB unter Strafe gestellt. Reformen wie das Schwangerschaftskonfliktgesetz von 1995 erlaubten zwar Ausnahmen nach Beratung in den ersten zwölf Wochen, doch die Forderungen nach einer vollständigen Entkriminalisierung werden immer lauter. Ein Entwurf von 2024, unterstützt von 26 Organisationen wie pro familia und Amnesty International, schlägt vor, § 218 abzuschaffen und die Regelung in das Sozialrecht zu überführen. Eine Petition dazu sammelte 2025 über 300.000 Unterschriften, während die Ampel-Koalition die Abschaffung in ihrem Koalitionsvertrag verankert hat.
Literatur und Aktivismus: Burgard-Arps Engagement Nora Burgard-Arp liest zudem kostenlos an Schulen, wenn sie von Lehrkräften eingeladen wird. Ihre Recherchen zu rechtspopulistischer Sprachverwendung flossen in den Roman ein und verknüpfen fiktionale Erzählungen mit realen gesellschaftlichen Kämpfen.
Die Bottroper Veranstaltung zeigt, wie Literatur und Aktivismus ineinandergreifen: Burgard-Arps Roman spiegelt aktuelle Kämpfe um körperliche Selbstbestimmung wider, während die rechtlichen Reformen in Deutschland weiter im Fluss sind. Die Diskussion machte deutlich, wie eng individuelle Entscheidungen und systemischer Wandel miteinander verwoben sind.






