"Noch eins drauf!": Berliner Tafel sammelt Osterhilfe gegen wachsende Armut
Ella Kraus"Noch eins drauf!": Berliner Tafel sammelt Osterhilfe gegen wachsende Armut
Eine kleine Gruppe ehrenamtlicher Helfer sammelt diese Woche in einem Neuköllner Supermarkt Lebensmittel für die Berliner Tafel. Die Osteraktion "Noch eins drauf!" ruft Kundinnen und Kunden dazu auf, beim Einkauf ein zusätzliches Produkt mitzunehmen und an der Kasse zu spenden. Angesichts steigender Nachfrage versorgt die Organisation inzwischen fast doppelt so viele Menschen wie vor der Pandemie.
Die Berliner Tafel betreibt 48 Ausgabestellen unter dem Namen "Brot & Seele" in der ganzen Stadt. Monatlich verteilt sie rund 660 Tonnen Lebensmittel an etwa 94.000 Haushalte. Der Großteil der Waren stammt von 1.000 Supermärkten und Messen, die noch genießbare, aber abgelaufene Produkte spenden.
Hinter der Initiative steht ein Netzwerk aus Freiwilligen wie Anne, Uschi und Marianne. Mit 33 Jahren ist Anne die Jüngste im Team und arbeitet, wenn sie nicht ehrenamtlich tätig ist, in der Feinkostabteilung des KaDeWe. Die Spendenaktion läuft noch bis zum 4. April; beteiligt sind 15 Filialen von Edeka, Rewe und Kaufland.
Saisonale Kampagnen wie diese bringen zu Ostern, Erntedank und Weihnachten zusätzliche Tonnen an Lebensmitteln ein. Bundesweit unterhält die Tafel Deutschland rund 950 Standorte, mit den meisten in Nordrhein-Westfalen (200), Bayern (150) und Niedersachsen (100). Die Berliner Tafel betreibt zudem ein Logistikzentrum und 25 Lieferfahrzeuge, um die Waren effizient zu verteilen.
Die Aktion "Noch eins drauf!" hilft, die wachsende Nachfrage zu decken, da Inflation und die Folgen der Pandemie immer mehr Menschen in die Abhängigkeit von Lebensmittelhilfen treiben. Die Berliner Tafel versorgt mittlerweile fast doppelt so viele Haushalte wie noch vor einigen Jahren. Die Osterspenden werden in den kommenden Wochen Tausende Familien unterstützen.






