Neuer Vorsitzender der Bischofskonferenz: Bentz als Favorit für Reformkurs der Kirche
Clara KrausNeuer Vorsitzender der Bischofskonferenz: Bentz als Favorit für Reformkurs der Kirche
Die Deutsche Bischofskonferenz wird auf ihrer Frühjahrsversammlung in Würzburg bald einen neuen Vorsitzenden wählen. Die Position umfasst die Leitung der Diskussionen und die Begleitung der laufenden Reformbemühungen der Kirche. Unter den Kandidaten gilt der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz als aussichtsreicher Anwärter auf das Amt.
Papst Franziskus ernannte Udo Markus Bentz Ende 2023 zum Erzbischof von Paderborn. Seit seinem Amtsantritt hat er sich intensiv in seinem Bistum engagiert, alle 19 Dekanate sowie zahlreiche Pfarrgemeinden besucht. Sein pragmatischer und menschenorientierter Führungsstil hat ihm den Ruf eines gemäßigteren Bischofs eingebracht.
Der neue Vorsitzende wird eine zentrale Rolle im Synodalen Weg spielen, einem Reformprozess, der 2019 von der Deutschen Bischofskonferenz und dem ZdK als Reaktion auf den Missbrauchsskandal initiiert wurde. Im Rahmen dieser Initiative wurden 15 beschlossene Dokumente zu Machtstrukturen, Sexualmoral und der Rolle der Frauen erarbeitet. Zu den Veränderungen zählen Segensfeiern für gleichgeschlechtliche und wiederverheiratete Paare – trotz Widerständen aus dem Vatikan – sowie Forderungen nach mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Kirchenführung. Allerdings gab es bei der Frage nach der Weihe von Frauen zu Diakoninnen oder Priesterinnen bisher keine Fortschritte.
Als Vorsitzender würde Bentz die deutschen katholischen Bischöfe vertreten und die beiden jährlichen Vollversammlungen leiten. Zu seinen Aufgaben gehörte es, in den Reformdebatten der Kirche Konsens zu fördern, insbesondere im geplanten Synodalkonferenz-Prozess, der auf mehr Transparenz und Teilhabe abzielt.
Die Wahl findet während der Frühjahrsvollversammlung statt. Der künftige Vorsitzende wird die Herausforderung meistern müssen, Reformforderungen mit der Einheit der Kirche in Einklang zu bringen. Bentz' Erfahrung und sein Ansatz könnten die künftige Ausrichtung der katholischen Führung in Deutschland prägen.






