Neuer Tarifvertrag verbessert Arbeitsbedingungen im NRW-Nahverkehr ab 2026
Clara KrausNeuer Tarifvertrag verbessert Arbeitsbedingungen im NRW-Nahverkehr ab 2026
Beschäftigte im Öffentlichen Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen profitieren künftig von besseren Arbeitsbedingungen dank eines neuen Tarifvertrags. Dieser sieht kürzere Arbeitszeiten, längere Ruhepausen und höhere Zuschläge für Sonntagsarbeit vor. Langfristig könnten die Änderungen jedoch zu höheren Kosten für Arbeitgeber und Fahrgäste führen.
Bisher lag die durchschnittliche Wochenarbeitszeit der Mitarbeiter in der Region bei 39 Stunden – deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von etwa 34,3 Stunden. Künftig wird die Arbeitszeit schrittweise reduziert: zunächst auf 38,5 Stunden bis Juli 2027, dann auf 38 Stunden bis Juli 2028 – und das bei vollem Lohnausgleich.
Zudem werden die gesetzlichen Ruhezeiten verlängert und Zeitarbeitskräfte erhalten besseren Schutz. Die Sonntagszuschläge steigen, was die Gesamtkosten weiter in die Höhe treibt. Die ersten Änderungen treten im September 2026 in Kraft, weitere Anpassungen folgen in den beiden darauffolgenden Jahren.
Ziel der Reform ist es, den Sektor attraktiver zu gestalten und dringend benötigte Fachkräfte zu gewinnen. Allerdings könnte die Aufrechterhaltung des bisherigen Servicelevel bei weniger Arbeitsstunden zusätzliche Einstellungen erfordern – mit entsprechenden Folgen für die Personalkosten. Die Finanzierung dieser Maßnahmen müsste dann von Kommunen, Verkehrsverbünden oder letztlich den Fahrgästen selbst getragen werden.
Während die Vereinbarung für die Beschäftigten deutliche Verbesserungen bringt, könnten Fahrgäste in Städten wie Solingen langfristig mit höheren Ticketpreisen rechnen. Die Umstellungen erfolgen schrittweise ab 2026, die vollständige Umsetzung ist bis Mitte 2028 vorgesehen. Für die Arbeitgeber wird es darauf ankommen, die verbesserten Arbeitsbedingungen mit den steigenden Betriebskosten in Einklang zu bringen.






