Neuer Dokumentarfilm zeigt Guido Westerwelles bewegendes Leben und politischen Kampf
Clara KrausVom 'Jungtürken' zum Staatsmann - Neuer Dokumentarfilm zeigt Guido Westerwelles bewegendes Leben und politischen Kampf
Ein neuer Dokumentarfilm beleuchtet das Leben von Guido Westerwelle, dem verstorbenen deutschen Politiker, der vor einem Jahrzehnt starb. Unter dem Titel "Westerwelle" zeigt der Film private Momente aus seiner Karriere und seinem Kampf gegen die Krankheit. Er erscheint zum zehnten Jahrestag seines Todes am 18. März 2016 im Alter von 54 Jahren.
In den 1980er-Jahren stieg Westerwelle durch die Neuausrichtung des Jugendverbandes der FDP, der Jungen Liberalen, zu Bekanntheit auf. Sein scharfes politisches Gespür weckte das Interesse des Parteiveteranen Hans-Dietrich Genscher. Bekannt für kühne und oft provokante Aussagen, scheute er Kontroversen nicht – selbst als er 2000 als erster prominenter Politiker bei Big Brother auftrat.
Sein politischer Höhepunkt war 2009, als die FDP unter seiner Führung bei der Bundestagswahl mit rekordhohen 14,56 Prozent der Stimmen reüssierte. Doch 2014 änderte sich sein öffentliches Bild schlagartig: Eine Routine-Blutuntersuchung vor einer Knieoperation enthüllte Leukämie. Die Diagnose, die im Juni desselben Jahres bekannt wurde, löste eine Welle der Anteilnahme aus, als er in privaten Gesprächen mit dem Autor Dominik Wichmann offen über seinen Kampf sprach.
Im November 2015 veröffentlichte Westerwelle "Zwischen zwei Leben", ein Buch, in dem er seine politische Laufbahn reflektierte und Hoffnungen auf ein Leben jenseits der Politik äußerte. Der Dokumentarfilm wirft nun ein Licht auf seine letzten Monate und verbindet politisches Erbe mit persönlicher Verletzlichkeit. Er thematisiert auch seine Erfahrungen als schwuler Mann in einer Zeit, in der Vorurteile gegen Homosexuelle noch weit verbreitet waren.
Die ARD-Dokumentation gewährt seltene Einblicke in Westerwelles private Kämpfe und öffentliche Wandlung. Sein Tod 2016 markierte das Ende einer Karriere, die von Trotz und Widerstandskraft geprägt war. Der Film sorgt dafür, dass seine Geschichte – vom politischen Enfant terrible zur unerwartet einfühlsamen Figur – Teil der jüngeren deutschen Geschichte bleibt.






