07 May 2026, 14:15

Nackter Schauspieler im Berliner Theater sorgt für gemischte Gefühle und Applaus

Plakat für das Théâtre de la Ville in Paris mit einem Skelett mit ausgestreckten Armen, umgeben von aufgeregten Menschen, mit der Aufschrift "Bargeon Illusionist und Anti-Spiritualist".

Nackter Schauspieler im Berliner Theater sorgt für gemischte Gefühle und Applaus

Ein kürzlicher Besuch in einem Berliner Theater hat mich beunruhigt zurückgelassen – nicht wegen des Stücks selbst, sondern wegen der ungewöhnlichen Gewohnheiten eines Schauspielers. Die Inszenierung, eine eindrucksvolle visuelle Auseinandersetzung mit Apokalypse, Durchhaltevermögen und Gemeinschaft, wurde von der Hauptfigur überschattet, die immer wieder nackt auf der Bühne erschien. Diese Erfahrung ließ mich sogar zögern, künftig Vorstellungen in anderen großen Häusern der Stadt zu besuchen.

Das Stück, zwar optisch beeindruckend, stammte übrigens nicht von René Pollesch – entgegen mancher Vermutung. Der Hauptdarsteller, bekannt für seine Nacktheit und gelegentliche Brüche in der Rolle, löste gemischte Reaktionen aus. Irgendwann rief ein einzelner Zuschauer neben mir ein lautes „Buh!“ in Richtung Bühne. Doch am Ende spendete ein Großteil des Publikums begeisterten Applaus.

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Um meiner wachsenden Befangenheit zu begegnen, schlug eine Freundin Desensibilisierungstherapie vor. Stattdessen beschlossen wir, das Problem mit Humor anzugehen. Gemeinsam erstellten wir eine Liste zunehmend absurder Aktivitäten, beginnend mit „Besuche jede Vorstellung des nackten Schauspielers“ und steigerten uns bis „Buche eine Kreuzfahrt mit Pflichtbesuch der Abendshow Heino trifft Rammstein**.“ Als wir beim letzten Punkt angelangt waren, wurde mir richtig mulmig.

Zur Erholung von dieser Übung griffen wir zu „Frühling für Hitler“ – eine ungewöhnliche Wahl, die aber dringend benötigte Erleichterung brachte.

Die Erfahrung zeigte, wie persönliche Reaktionen mit künstlerischem Ausdruck kollidieren können. Zwar war das Stück ehrgeizig und visuell beeindruckend, doch der Ansatz des Schauspielers hinterließ einen bleibenden Eindruck – einen, der mich bei künftigen Theaterbesuchen vorsichtig stimmen könnte. Vorerst scheint leichtere Unterhaltung die sicherere Alternative.

Quelle