"Miss Germany"-Finale 2024: Unternehmerinnen brechen mit Schönheitsklischees
Ella Kraus"Wir atmen auch durch die Nase" - "Miss Germany" mit Kopftuch - "Miss Germany"-Finale 2024: Unternehmerinnen brechen mit Schönheitsklischees
Deutschlands nächste "Miss Germany" wird an diesem Wochenende gekürt – in einem Wettbewerb, der über klassische Schönheitsideale hinausgeht. Neun Frauen, darunter eine Biologin und eine Pressesprecherin der Bundeswehr, treten im Finale an. Die diesjährige Veranstaltung setzt auf Führungskompetenz und Unternehmerinnengeist statt auf herkömmliche Pageant-Erwartungen.
Fünf der neun Finalistinnen haben sich bereits als Unternehmerinnen oder Führungskräfte einen Namen gemacht: Abina Ntim gründete JONA Curly Hair Care, während Amelie Reigl ein Unternehmen für künstlich gezüchtete Haut leitet. Paula Daub ist Vertriebsleiterin in einem Beauty-Tech-Startup. Büsra Sayed, Finalistin in der Kategorie "Female Founder", schuf mit by Caramella ein Mode-Label für hijabfreundliche Kleidung. Amina Ben Bouzid, die in der Kategorie "Female Leader" antritt, unterstützt frauengeführte Marken bei ihrer Expansion.
Sowohl Sayed als auch Ben Bouzid sahen sich mit Kritik konfrontiert, sie seien "nicht deutsch genug" – allein wegen ihres Hijabs. Seit ihrer Nominierung berichten sie von einer Zunahme rassistischer Kommentare und erhöhter öffentlicher Beobachtung. Dennoch bleiben sie entschlossen, Klischees zu widerlegen und zu zeigen, dass deutsche Identität nicht am Äußeren festgemacht wird.
Der Wettbewerb selbst hat sich gewandelt: Die Veranstalter suchen heute nach zukünftigen Führungspersönlichkeiten, nicht nach klassischen Schönheitsköniginnen. Die aktuelle Titelträgerin, Dr. Valentina Busik, eine Ärztin mit Schwerpunkt künstliche Intelligenz, steht exemplarisch für diese Neuausrichtung. Sayed und Ben Bouzid sehen ihre Teilnahme als Chance, all jenen Mut zu machen, die sich in gängigen Darstellungen deutscher Frauen nicht wiederfinden.
Die Siegerin wird beim Finale am Wochenende bekannt gegeben. Mit dem Fokus auf Unternehmerinnentum und Führungskompetenz bricht der Wettbewerb bewusst mit der Vergangenheit. Finalistinnen wie Sayed und Ben Bouzid dehnen die Grenzen – und prägen so mit, was es heute bedeutet, Deutschland zu repräsentieren.






