11 February 2026, 16:39

Mehr Professorinnen in NRW: Fortschritt mit großen Unterschieden zwischen Fächern

Eine Gruppe von Frauen steht nebeneinander vor einem Gebäude, lächelt und hält Bücher in den Händen, mit einem Tuch auf der rechten Seite und Türen und einer Wand im Hintergrund.

Immer mehr Frauen führen Universitäten in NRW - Mehr Professorinnen in NRW: Fortschritt mit großen Unterschieden zwischen Fächern

Frauenanteil unter Professorinnen in Nordrhein-Westfalen steigt kontinuierlich

In Nordrhein-Westfalen (NRW) ist der Anteil von Professorinnen in den letzten zehn Jahren stetig gewachsen. Aktuelle Zahlen zeigen, dass Frauen mittlerweile 29,6 Prozent der Professuren innehaben – ein Anstieg gegenüber 21,8 Prozent im Jahr 2013. Trotz dieser Fortschritte bestehen jedoch nach wie vor erhebliche Unterschiede zwischen den Fachbereichen und in Führungspositionen.

Die neuesten Daten offenbaren eine ungleiche Verteilung zwischen den Disziplinen. In den Geisteswissenschaften stellen Frauen mit 46,3 Prozent den höchsten Anteil an Professorinnen in NRW. Dagegen hinkt der Ingenieursbereich deutlich hinterher: Hier sind nur 17,7 Prozent der Professuren mit Frauen besetzt. Auch in Mathematik und Naturwissenschaften liegt der Frauenanteil mit 23,4 Prozent deutlich niedriger.

In den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sind 25,6 Prozent der Professorenstellen mit Frauen besetzt, in der Rechtswissenschaft liegt der Wert bei 27,2 Prozent. Über die Lehrtätigkeit hinaus hat sich der Anteil von Frauen in Führungspositionen an den Hochschulen noch stärker erhöht. Während 2013 nur 18,9 Prozent der hochschulischen Spitzenpositionen in NRW von Frauen besetzt waren, stieg dieser Anteil bis 2023 auf 41,7 Prozent – und übertrifft damit den Bundesschnitt von 35,1 Prozent.

Aktuell werden 15 Hochschulen in NRW von Rektorinnen oder Präsidentinnen geleitet. Die Landeswissenschaftsministerin Ina Brandes betont, wie wichtig es sei, die Kompetenzen von Forscherinnen stärker anzuerkennen und zu nutzen, um weitere Fortschritte zu erzielen.

Der Anstieg von Professorinnen und Frauen in Führungspositionen markiert einen deutlichen Wandel in der akademischen Landschaft Nordrhein-Westfalens. Dennoch zeigen die Zahlen weiterhin bestehende Ungleichheiten – insbesondere in Fächern wie Ingenieurwesen und Naturwissenschaften. Die gezielte Förderung von Frauen in der Forschung könnte die künftige Entwicklung der Hochschullandschaft prägen.