03 April 2026, 02:13

Matthias Schmidt dreht den Spieß um: Der Osten blickt auf den Westen

Alte Karte von Stuttgart, Deutschland, zeigt Stadtgrenzen, Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten mit detaillierten Textbeschriftungen.

Matthias Schmidt dreht den Spieß um: Der Osten blickt auf den Westen

Regisseur Matthias Schmidt präsentiert neuen Dokumentarfilm mit dem Titel Wut. Jetzt fahren wir in den Westen Das Projekt dreht die gewohnte Perspektive um und betrachtet Westdeutschland mit jenem Blick, der sonst oft auf den Osten gerichtet wird. Schmidt, Preisträger des Grimme-Preises, nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise durch Nordrhein-Westfalen – und stellt Fragen, die der Region selten gestellt werden.

Der Film besticht durch warme, offene Gespräche mit Einheimischen, Migranten und Zugewanderten aus der ehemaligen DDR. Statt Spannungen einzufangen, zeigt die Dokumentation Ehrlichkeit, Lachen und unerwartete Verbindungen.

Schmidts Werk bricht mit einer langjährigen Tradition westdeutscher Journalisten, die in den Osten reisten, um das Deutschland nach der Wiedervereinigung zu erkunden. Diesmal geht es in die umgekehrte Richtung: Der Fokus liegt auf Nordrhein-Westfalen – ein Bundesland, das wegen seines industriellen Niedergangs und der Parallelen zum Osten ausgewählt wurde. Sein Ansatz ist neugierig und menschlich, Konfrontation weicht freundlichem Dialog.

Der Filmemacher spricht mit einer bunten Mischung von Bewohnern, darunter Uwe Ziebuhr, ein geradliniger Kneipenwirt aus Wattenscheid. Dessen Beobachtung – "Ich glaube, jeder hat sich die Mauer ein bisschen wieder selbst aufgebaut" – deutet auf fortbestehende Trennlinien hin. Andere teilen persönliche Geschichten, die ein Vertrauen und einen Humor offenbaren, wie sie in Berichten über die andere Richtung selten zu sehen sind.

Schmidt thematisiert auch die jahrzehntelange Migrationserfahrung des Westens – ein Kontrast zur Geschichte des Ostens. Der Soziologieprofessor Raj Kollmorgen hebt diesen Unterschied als prägenden Faktor für regionale Identitäten hervor. Eingewoben sind auch Schmidts eigene Bezüge zu Nordrhein-Westfalen, die bei einem Besuch 1989 erstmals sichtbar wurden.

Ab sofort in der ARD-Mediathek verfügbar, verzichtet der Film auf politische Belehrungen. Stattdessen kommen Stimmen aus dem Westen selbst zu Wort und bieten eine frische Perspektive auf Einheit und Spaltung.

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Die Dokumentation zeigt eine Seite Westdeutschlands, die selten so tiefgehend erkundet wird. Indem sie persönliche Schicksale statt Klischees in den Mittelpunkt stellt, deckt sie gemeinsame Frustrationen und überraschende Gemeinsamkeiten auf. Wut. Jetzt fahren wir in den Westen lädt ein, eine Region – und ihre Menschen – mit anderen Augen zu sehen.

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