22 January 2026, 04:47

Markus Söder vor dem Stockacher Narrengericht – ein historischer Faschingsauftritt

Ein Vintage-Plakat, das das Eidgen Schützenfest in Frauenfeld, Deutschland, bewirbt, zeigt einen Mann im Anzug und eine Frau in einem Kleid nebeneinanderstehend, mit Veranstaltungseinzelheiten darauf geschrieben.

Stockacher Narren: Rush for Tickets for Söder Trial - Markus Söder vor dem Stockacher Narrengericht – ein historischer Faschingsauftritt

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder steht bald ein höchst ungewöhnlicher Gerichtsauftritt bevor: Das traditionsreiche Stockacher Narrengericht, eine 675 Jahre alte satirische Institution, hat ihn als nächsten Angeklagten vorgeladen. Erst zum zweiten Mal seit 1979 nimmt damit ein amtierender bayerischer Regierungschef an der Veranstaltung teil.

Die Verhandlung findet am Schmotzigen Dunschtig, dem Donnerstag vor dem Rosenmontag, während der schwäbisch-alemannischen Fasnacht statt. Die Organisatoren bestätigten, dass die Karten innerhalb kürzester Zeit ausverkauft waren – die Nachfrage sei mit der nach einem Großkonzert vergleichbar. Die Sitzung wird zudem live im SWR übertragen und erreicht so ein breites Publikum.

Söder folgt damit prominenten Persönlichkeiten wie der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel, die bereits vor dem Narrengericht stand. In diesem Jahr übernimmt Ferdinand Krapf die Rolle des Übersetzersprechers und unterstützt das Tribunal bei den scheinernsthaften juristischen Spielereien. Die Veranstaltung blickt auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück, in der Humor, Satire und regionale Bräuche verschmelzen. Der letzte bayerische Ministerpräsident, der sich dem Narrengericht stellen musste, war Franz Josef Strauß im Jahr 1979. Söders Teilnahme führt diese seltene Tradition für die Spitzenpolitiker des Freistaats fort und fügt dem farbenfrohen Erbe des Gerichts ein weiteres Kapitel hinzu.

Die Verhandlung verbindet Satire, Politik und Fasnet-Tradition vor ausverkauftem Haus. Als Teil eines 675 Jahre alten Brauchs unterstreicht Söders Auftritt den Ruf des Narrengerichts, hochkarätige Persönlichkeiten der Öffentlichkeit anzuziehen. Die Übertragung im SWR sorgt dafür, dass das Spektakel weit über Stockach hinaus Beachtung findet.