Maria Kalesnikava erhält Karlspreis – ihr Kampf für Demokratie in Belarus geht weiter
Ella KrausMaria Kalesnikava erhält Karlspreis – ihr Kampf für Demokratie in Belarus geht weiter
Die belarussische Aktivistin Maria Kalesnikava hat am Samstag in Aachen offiziell den Internationalen Karlspreis erhalten. Die Auszeichnung wurde ihr bereits vor vier Jahren zugesprochen – damals noch in Haft in Belarus. Im Gespräch mit unserer Korrespondentin blickt sie auf den Preis, ihre Zeit in Gefangenschaft und ihren anhaltenden Kampf für Demokratie zurück.
Der Internationale Karlspreis würdigt Persönlichkeiten, die sich für die europäische Einigung und demokratische Werte einsetzen. Kalesnikava wurde für ihr unermüdliches Engagement in der belarussischen Demokratiebewegung ausgezeichnet. Hinter Gittern erfuhr sie von der Ehrung und deutete sie als starkes Zeichen europäischer Solidarität.
Mittlerweile lebt sie in Freiheit in Deutschland, doch die Erinnerungen an die Haft und die Sorge um noch inhaftierte Freund:innen begleiten sie. Dennoch gibt sie ihren Einsatz für den Wandel nicht auf.
Gemeinsam mit den Mitaktivistinnen Swjatlana Zichanouskaja und Veronika Zepkalo setzt sich Kalesnikava weiterhin für eine demokratische Zukunft Belarus' ein. Zugleich rief sie europäische Regierungen auf, Belarus als zukünftigen Partner zu betrachten und diejenigen zu unterstützen, die sich im Land gegen die Diktatur stellen.
Seit 2021 wurde keine weitere belarussische Aktivistin oder politischer Gefangener mit dem Karlspreis ausgezeichnet. Allerdings erhielten Persönlichkeiten wie Zichanouskaja andere renommierte Preise, darunter den Sacharow-Preis (2020) und den Václav-Havel-Menschenrechtspreis (2021).
Kalesnikava zeigte sich zutiefst dankbar für die Anerkennung, betonte jedoch, dass der Kampf noch lange nicht vorbei sei. Sie hofft, dass Belarus eines Tages demokratisch wird. Bis dahin bleibt ihr Fokus auf jenen, die im Land weiter für Freiheit kämpfen.