25 February 2026, 06:26

Manfred Vogelsänger: Vom Werbegenie zum revolutionären Kunstfotografen

Eine alte Zeitung mit verschiedenen Anzeigen, die Text und Bilder enthält und einen nostalgischen Eindruck vermittelt.

Manfred Vogelsänger: Vom Werbegenie zum revolutionären Kunstfotografen

Manfred Vogelsänger – eine Legende der Werbefotografie – hat jahrzehntelang Bilder geschaffen, die globale Marken prägten. Seine Arbeiten, von Kampagnen für Camel, McDonald's und Adidas bis hin zu preisgekrönten Projekten, revolutionierten die visuelle Erzählkunst. Nach Jahren hochkarätiger Werbeaufnahmen widmet er sich nun der freien Kunstfotografie und experimentellen Projekten.

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Seine neuesten Werke brechen mit herkömmlichen Techniken und verbinden Zerstörung mit Schöpfung. Doch über die genauen Methoden dieser neuen Ansätze – und wie sie sich von seinen ikonischen Aufnahmen der 1980er-Jahre unterscheiden – ist öffentlich wenig bekannt.

Vogelsängers Karriere begann in einer Zeit, in der Fotografie körperlichen Einsatz und mutige Kreativität verlangte. In den 1980ern waren Shootings aufwendig, oft riskant und völlig frei von digitalen Abkürzungen. Für eine Kampagne der BHW Bausparkasse ließ er lebensgroße Häuser mit echten Dachziegeln bauen – innen hohl, aber stabil genug, um zu stehen. Ein anderes Projekt führte ihn nach Neuseeland, wo er Gras färbte und Weihnachtsbäume pflanzte, um eine Landschaft zu schaffen, die nur für die Kamera existierte.

Präzision war alles. Um selbst die kleinste Unvollkommenheit zu vermeiden, ließ er für eine Hochgeschwindigkeitsaufnahme extra eine Landstraße neu pflastern. Kein Schlagloch durfte das perfekte Bild gefährden.

Sein Ansatz war stets hands-on. Heute experimentiert er mit verflüssigten fotografischen Emulsionen, kollagiert Bilder und nutzt Hochgeschwindigkeitskameras, um Grenzen zu sprengen. Die Ergebnisse liegen zwischen Fotografie, Film und Installation. Doch anders als in seiner kommerziellen Blütezeit bleiben diese neuen Werke largely undokumentiert – zumindest was die technischen Details angeht.

Nach Jahren in Düsseldorf und London lebt Vogelsänger nun in Krefeld, in einer umgebauten Brotfabrik mit sieben Meter hohen Decken. Dort lagern Jahrzehnte an Kampagnenarchiven – greifbare Zeugnisse einer Ära, in der Bilder Geschichten ohne Algorithmen erzählten. Kürzlich ehrte ihn der Art Directors Club Deutschland (ADC) für sein Lebenswerk, eine Auszeichnung, die er als zutiefst bedeutend bezeichnet.

Seine heutige Arbeit beschreibt er als eine Form der Verlangsamung, als bewussten Gegenentwurf zur heutigen Flut digitaler Bilder. Serien wie Photo-Destructivismus, Blue Up, Girls.Girls.Girls. und Le Mans 24h spiegeln diesen Wandel wider: Weg von perfekten Werbemotiven, hin zu roher, sich ständig weiterentwickelnder Kunst.

Vogelsängers Weg führt von der hochkarätigen Werbefotografie in ruhige, experimentelle Ateliers. Während seine frühen Arbeiten weltweite Markenidentitäten prägten, dekonstruiert er heute die Fotografie selbst. Die ADC-Nominierung unterstreicht seinen anhaltenden Einfluss – auch wenn seine Methoden immer privater werden.

Eines bleibt jedoch klar: sein Glaube an die Kraft des gestalteten Bildes – ob konstruiert, zerstört oder neu erfunden.