12 February 2026, 18:33

Mainzer Fastnacht 2025: Erste Frau bricht 200-jährige Männerdomäne

Ein Festplakat mit einer Frau in langem Kleid und einem Teufel mit Hörnern und Schwanz, umgeben von leuchtenden Blauen, Grünen und Gelben.

Frauen-Debüt bei "Mainz bleibt Mainz" - Mainzer Fastnacht 2025: Erste Frau bricht 200-jährige Männerdomäne

Die Mainzer Fastnachtsitzung 2025 "Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht" machte Schlagzeilen – dank beißender politischer Satire und einem historischen Novum. Fast zwei Jahrhundert lang war die Moderation der Veranstaltung Männern vorbehalten gewesen. Doch in diesem Jahr betrat die Komikerin Christina Grom als erste Frau die Bühne und führte durch das Programm. Ihre Auftritte glänzten mit scharfen Witzen, die sich gegen prominente Persönlichkeiten richteten – von deutschen Politikern bis zu einem ehemaligen US-Präsidenten.

Bei der Sitzung am Rosenmontag, dem 12. Februar, nahm Grom Bundeskanzler Friedrich Merz, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Donald Trump ins Visier. Über Trump spottete sie, der Himmel möge ihm doch "etwas Verstand herabregnen lassen", und verglich seinen Kopf mit der Gutenberg-Bibel. Bisher gibt es keine öffentlichen Reaktionen von Merz, Söder oder Trump auf die Äußerungen.

Neben Groms Debüt blieb die Veranstaltung ihren bewährten Traditionen treu: Jürgen Wiesmann gab zum 25. Mal den beliebten Karnevalscharakter Ernst Lustig. Den Abschluss des Abends bestritt der erfahrene Moderator Andreas Schmitt in der Rolle des "Hohen Altardiener" des Mainzer Doms – und äußerte dabei mit Augenzwinkern den Wunsch nach mehr Gleichberechtigung in der katholischen Kirche.

Mit ihrer Mischung aus Satire und Brauchtum schrieb die Sitzung ein weiteres lebendiges Kapitel in der langen Festtagsgeschichte.

Groms Auftritt als Moderatorin brach eine 200 Jahre alte Tradition und setzte erstmals eine Frau ins Zentrum des karnevalistischen Protokolls. Die Verbindung aus politischem Humor und vertrauten Ritualen sorgte für Aufmerksamkeit, während die Betroffenen der Späße öffentlich schwiegen. Ohne direkte Reaktionen der Verspotteten lag der Fokus auf dem historischen Wandel der Veranstaltung – und ihrer gewohnt ausgelassenen Stimmung.