Machtwechsel bei der Linken in Bergisch Gladbach nach Finanzskandal und Rücktritten
Sophia KellerMachtwechsel bei der Linken in Bergisch Gladbach nach Finanzskandal und Rücktritten
In der Rhein-Berg- und Bergisch Gladbacher Gliederung der politischen ParteiDie Linke hat ein Führungswechsel stattgefunden. Der langjährige Aktivist Tomás Santillán trat gemeinsam mit den beiden Co-Vorsitzenden Sylke Heisterhagen und Hale Bagherzadeh zurück, nachdem ihr Finanzbericht abgelehnt worden war. Die Rücktritte folgen auf eine Regionalversammlung, bei der die Mitglieder sich weigerten, den scheidenden Vorstand zu entlasten.
Die Versammlung begann mit der Ablehnung von Santilláns Rechenschaftsbericht. Die Sitzungsleitung nannte formale Mängel und inhaltliche Streitpunkte als Gründe für die Nichtanerkennung des Dokuments. In der Folge stimmte die Versammlung einstimmig gegen die Entlastung von Santillán, Heisterhagen, Bagherzadeh und dem Schatzmeister Klaus Reuschel-Schwitalla.
Santillán übernahm öffentlich die politische Verantwortung für das, was er als "finanzielles Chaos" bezeichnete. Er erklärte, der neue Vorstand, der Landesverband und die Bundesvorsitzende müssten sich nun mit den ungelösten Problemen befassen. Bisher liegen jedoch keine konkreten Angaben zur genauen finanziellen Lage oder zu möglichen Ermittlungen wegen der angeblichen Unregelmäßigkeiten vor.
Ein neues Führungsteam wurde zügig gewählt. Kolja Pfeiffer und Iwona Winterscheid übernahmen mit deutlicher Mehrheit die Co-Vorsitzenden-Posten. Marcel Scharge löste Reuschel-Schwitalla als Schatzmeister ab und wurde einstimmig gewählt, während Waltraud Burghoff zur stellvertretenden Schatzmeisterin bestimmt wurde und sich gegen Mara Häuser durchsetzte. Zudem wurden fünf weitere Beisitzer:innen gewählt: Lea Vollmer, Conny Swillus-Knöchel, Zara Zick, Mischa Krempel und Florian Eßer.
Santillán, der seit Jahren in der Partei aktiv war, nannte interne Konflikte und die Notwendigkeit einer Verjüngung als Gründe für seinen Rückzug. Seine künftige Rolle soll auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in Bergisch Gladbach diskutiert werden, bei der auch sein Mandat im Stadtrat zur Debatte stehen könnte.
Die Beschlüsse der Versammlung markieren einen klaren Bruch mit der bisherigen Führung. Der neue Vorstand steht nun vor der Aufgabe, die hinterlassenen finanziellen Streitfragen zu klären. Eine anstehende Sondersitzung wird über Santilláns verbleibende Verbindungen zur Partei und zur lokalen Politik entscheiden.






