30 January 2026, 18:54

Lünens neuer Haushaltsentwurf: Mehr Steuern, aber keine Entwarnung in Sicht

Ein Balkendiagramm, das die normierte Verteilung nach Region für das Haushaltsjahr 2020-2021 zeigt, wobei jede Region durch eine andere Farbe und Text mit zusätzlichen Datendetails dargestellt wird.

Lünens neuer Haushaltsentwurf: Mehr Steuern, aber keine Entwarnung in Sicht

Lünens Stadtkämmerer legt Haushaltsentwurf für 2026/2027 vor – in Zeiten wachsender Finanznot

Am 29. Januar 2026 hat Dr. André Jethon dem Stadtrat von Lünen einen Haushaltsentwurf für die Jahre 2026/2027 präsentiert – ein Plan, der inmitten steigender finanzieller Belastungen Stabilität sichern soll. Die Vorlage erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Kommunen in ganz Deutschland mit immer größeren Haushaltsproblemen kämpfen.

Der Etat knüpft an zwei Jahre strenger Haushaltsaufsicht an, die in Lünen 2025 begann. Die Behörden verlangen erneut ein Konsolidierungsniveau wie im Vorjahr, was der Stadt kaum Spielraum lässt. Steigende Sozialausgaben, marode Infrastruktur und stagnierende Steuereinnahmen belasten die städtischen Finanzen schwer.

Um das Defizit auszugleichen, sieht der Entwurf höhere Grundsteuern (Grundsteuer B) sowie erhöhte Gewerbesteuerhebesätze vor. Zudem soll eine neue Gewinnabführungsvereinbarung mit dem städtischen Versorgungsunternehmen zusätzliche Mittel einbringen. Diese Maßnahmen spiegeln eine bundesweite Krise wider: Allein 2024 verzeichneten deutsche Städte und Gemeinden ein Rekorddefizit von rund 24 Milliarden Euro.

Der vollständige Haushaltsentwurf sowie die Präsentation von Jethon sind online unter www.ourwebsite/budget einsehbar. Die Verantwortlichen betonen die Notwendigkeit von Planungssicherheit – auch wenn langfristige Lösungen noch nicht in Sicht sind.

Der Haushalt 2026/2027 skizziert Lünens Weg unter anhaltender Haushaltsaufsicht. Steuererhöhungen und Gewinntransfers sollen die Lücken stopfen, doch die strukturellen Probleme bleiben bestehen. Bis auf Weiteres muss die Stadt die Konsolidierungsvorgaben einhalten und auf weitere Weichenstellungen durch Land und Bund warten.