21 February 2026, 14:31

Louis Klamroths scharfer Kurs verändert hart aber fair radikal

Eine Konferenzszene mit Sitzenden, die einer Bühne mit einer Diskussion zwischen Medienvertretern und Besitzern zugewandt sind, mit einem großen Banner und einer Wand im Hintergrund.

Louis Klamroths scharfer Kurs verändert hart aber fair radikal

Louis Klamroth übernahm im Januar 2023 die Moderation von hart aber fair und löste damit Frank Plasberg ab, der die Sendung 21 Jahre lang geprägt hatte. Seither hat sich das Format spürbar verändert – sowohl in Häufigkeit als auch im Stil. Klamroths oft konfrontative und nachbohrende Art sorgt bei Zuschauern wie Gästen gleichermaßen für Gesprächsstoff.

Unter Plasbergs Leitung wurden jährlich etwa 37 bis 38 Folgen ausgestrahlt, was bis zu seinem Ausscheiden 2022 auf fast 800 Episoden kam. Klamroth steigerte die Produktion zunächst deutlich und brachte bis Anfang 2026 über 100 weitere Folgen auf den Bildschirm. Allein 2024 moderierte er 30 Sendungen. Doch das Tempo verlangsamte sich: 2025 und 2026 sank die Zahl auf jeweils 15 Folgen pro Jahr.

Besondere Aufmerksamkeit erregt Klamroths Moderationsstil durch seine Schärfe. Häufig nimmt er einen anklägerischen Ton an, vor allem gegenüber Gästen, die politisch rechts der SPD stehen. Kritiker bemängeln, dass er Sprecher oft unterbricht, sobald diese zu interessanten Punkten kommen. Einige der stärksten Folgen unter seiner Führung entstanden jedoch durch ungewöhnliche Gäste mit ungeschönten, direkten Meinungen.

Ein denkwürdiger Zusammenstoß ereignete sich im September 2025 während einer Debatte über die Zukunft des Sozialstaats. Klamroths direkte Fragen provozierten eine scharfe Reaktion von Thorsten Frei, dem Chef des Bundeskanzleramts. Frei blieb dabei gelassen – ein Kontrast zu der konfrontativeren Haltung des Moderators. Solche Momente sind zu einem Markenzeichen von Klamroths Amtszeit geworden, in denen lebhafte, mitunter chaotische Diskussionen seine Steuerungsfähigkeit auf die Probe stellen.

Die Neuausrichtung von hart aber fair spiegelt sowohl Klamroths forsche Interviewtaktik als auch die Weiterentwicklung des Formats wider. Während manche Folgen von mutigen, unkonventionellen Gesprächen profitieren, kämpfen andere mit seiner Schwierigkeit, hitzige Debatten zu lenken. Die reduzierte Anzahl an Jahresfolgen deutet auf eine Neujustierung hin, doch die Sendung bleibt eine Bühne für scharfe, oft polarisierende Auseinandersetzungen.

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