Landwirte kämpfen mit neuen Strategien gegen die wachsende Dürregefahr
Sophia KellerLandwirte kämpfen mit neuen Strategien gegen die wachsende Dürregefahr
Dürre betrifft immer mehr Regionen – besonders im Frühling und frühen Sommer. Landwirte passen ihre Methoden an, um Erträge auch unter trockeneren Bedingungen zu schützen und zu sichern.
Experten empfehlen Anpassungen bei der Fruchtfolge, der Bodenbewirtschaftung und den Anbautechniken, um die Risiken durch Wassermangel zu verringern. Böden mit hohem Ertragspotenzial, aber geringem Humusgehalt leiden besonders unter Trockenheit. Durch die Zugabe von Mist, Kompost, Stroh oder Festmist lässt sich der Humusanteil erhöhen – das verbessert die Wasserspeicherfähigkeit und hilft den Pflanzen, Trockenperioden besser zu überstehen.
Nicht alle Kulturen reagieren gleich empfindlich auf Dürre. Winterroggen etwa bildet tiefere Wurzeln als Ausfallgetreide wie Weizen und ist daher in Gebieten mit frühsommerlicher Trockenheit die robustere Wahl. Auch Zuckerrüben überstehen Wasserknappheit dank ihres ausgedehnten Wurzelsystems zuverlässiger. Das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) rät in dürregefährdeten Regionen zum Anbau von Körnermais statt Silomais.
Aussaatstrategien spielen eine zentrale Rolle für den Wasserhaushalt. Bei Präzisionssaat werden Rapskörner gezielt in feuchtere Bodenschichten abgelegt, was ihnen einen besseren Start ermöglicht. Die Bodenbearbeitung sollte kurz vor der Aussaat erfolgen, um Verdunstungsverluste zu minimieren. Zudem wird in trockenen Phasen eine frühe Düngung empfohlen, um das Wachstum zu fördern, bevor Wassermangel die Pflanzen belastet.
Auch Unkraut- und Schädlingsbekämpfung müssen angepasst werden. Mechanische Methoden wie Hacken oder Striegeln eignen sich besonders bei trockenem Wetter. Blattwirkende Herbizide sind bei Wasserknappheit effektiver als bodenwirksame Mittel.
Die Sortenwahl ist ebenfalls entscheidend. Frühreife Sorten kommen mit Dürre besser zurecht, bringen aber in nassen Jahren oft geringere Erträge. Spätreife Sorten erzielen bei feuchten Bedingungen höhere Erträge, riskieren jedoch bei Trockenheit eine unvollständige Abreife. Ertragsstabile Sorten – wenn auch nicht immer die ertragsreichsten – liefern über verschiedene Wetterlagen hinweg zuverlässigere Ergebnisse.
Eine größere Fruchtfolgevielfalt kann das Dürrerisiko mindern. Unterschiedliche Pflanzen haben unterschiedliche Spitzenwasserbedarfe – durch Mischkulturen verteilt sich die Nachfrage, und die Belastung für die Wasservorräte sinkt.
Angesichts häufigerer Dürreperioden setzen Landwirte zunehmend auf angepasste Anbaumethoden, Bodenpflege und Kulturwahl. Techniken wie Präzisionssaat, frühe Düngung und tiefwurzelnde Pflanzen helfen, Erträge auch unter trockeneren Bedingungen zu sichern. Ziel ist es, die Landwirtschaft widerstandsfähiger zu machen – denn Trockenphasen werden künftig noch häufiger.






