Küchenroboter CA-1 und Rüstungsdeals: Wie ein deutsches Startup zwischen Innovation und Krise laviert
Clara KrausKüchenroboter CA-1 und Rüstungsdeals: Wie ein deutsches Startup zwischen Innovation und Krise laviert
Ein deutsches Robotikunternehmen sorgt mit seiner Koch- und Verteidigungstechnologie für Schlagzeilen. Das für seinen Küchenroboter CA-1 bekannte Unternehmen hat trotz finanzieller Herausforderungen auch Rüstungsaufträge an Land gezogen. Der Aktienkurs ist jedoch im Vergleich zu den Höchstständen des Vorjahres stark eingebrochen.
Derzeit testet das Unternehmen seinen CA-1-Küchenroboter in einem REWE-Supermarkt in Düsseldorf. Nach einer achtmonatigen Testphase wird entschieden, ob die Einführung ausgeweitet wird. Bereits jetzt verzeichnet das Unternehmen über 8.000 Vorbestellungen, die ein Umsatzpotenzial von bis zu 1,6 Milliarden Euro bieten.
Im Verteidigungsbereich erfüllt das Unternehmen einen Auftrag für die Bundeswehr im Rahmen autonomer Nachschuboperationen unter seiner Marke "Circus Defence". Zudem schloss es mit der ukrainischen Plattform BRAVE1 eine Rahmenvereinbarung zur Entwicklung autonomer Verteidigungssysteme ab. Diese Verträge fallen in eine Phase, in der das Unternehmen einen deutlichen Umsatzsprung prognostiziert: Für 2026 werden zwischen 44 und 55 Millionen Euro erwartet – ein Anstieg um das bis zu 220-Fache des aktuellen Niveaus.
Trotz dieses Wachstums bleiben die Verluste bestehen. Für 2026 rechnet das Unternehmen mit einem EBITDA-Verlust von sechs bis acht Millionen Euro. 2025 verbuchte es bei einem Umsatz von lediglich 0,25 Millionen Euro einen operativen Verlust von fast 15 Millionen Euro. Der Aktienkurs liegt aktuell bei 6,94 Euro, nahe dem 52-Wochen-Tief von 6,86 Euro, und damit etwa 71 Prozent unter dem Höchststand von über 900 Euro im April 2023. Zum Vergleich: Der Luxusgüterkonzern LVMH erreichte Anfang 2025 eine Marktkapitalisierung von rund 350 Milliarden Euro.
Dr. Jan-Christian Heins, Vorsitzender des Aufsichtsrats, erwarb kürzlich Aktien im Wert von etwa 10.000 Euro.
Die Zukunft des Unternehmens hängt von seiner Robotiktechnologie und den Rüstungsaufträgen ab. Zwar deuten die Umsatzprognosen auf ein rasantes Wachstum hin, doch die anhaltenden Verluste und der schwache Aktienkurs unterstreichen die finanziellen Risiken. Die kommenden Monate werden zeigen, ob sich die Innovationen in langfristige Stabilität umsetzen lassen.






