14 January 2026, 19:16

Kostenlose Arztbesuche: Münsters Malteser-Klinik hilft Unversicherten zweimal wöchentlich

Ein altes Buch mit dem Titel "Bericht der Kommission, die die Über den Gesundheitszustand Seiner Majestät berichteten" auf dem Cover.

Kostenlose Arztbesuche: Münsters Malteser-Klinik hilft Unversicherten zweimal wöchentlich

In Münster können Menschen ohne Krankenversicherung nun zweimal pro Woche kostenlos medizinisch versorgt werden. Die von der Malteser Hilfsdienst betriebene Klinik behandelte im vergangenen Jahr rund 140 Patientinnen und Patienten. Viele reisten aus benachbarten Städten wie Hamm, Borken oder Emsdetten an, um das Angebot in Anspruch zu nehmen.

Die Sprechstunde findet jeden Dienstag und Donnerstag statt und wird von neun ehrenamtlichen Ärztinnen und Ärzten betreut. Dr. Ansgar Russell, ein ehemaliger Hausarzt aus Sassenberg, engagiert sich seit sechs Jahren in der Einrichtung. Für ihn sei die Arbeit dort eine besonders bereichernde Erfahrung, betont er – viele Patientinnen und Patienten zeigten sich zutiefst dankbar für die erhaltene Hilfe.

Die Behandlungsfälle sind vielfältig: von Zahnschmerzen und Rückenschmerzen bis hin zu chronischen Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Herzproblemen. Auch Schwangerenvorsorge gehört zum Angebot. Die Hilfesuchenden kommen aus unterschiedlichen Lebenssituationen – manche verfügen über keinen gesicherten Aufenthaltsstatus, andere, darunter auch Selbstständige, haben aufgrund finanzieller Not ihre Versicherung verloren. Die Initiative reiht sich ein in einen bundesweiten Trend der medizinischen Unterstützung für Menschen ohne Krankenversicherung. So bietet etwa Ärzte ohne Grenzen (MSF) seit der Eröffnung der deutschen Sektion in Düsseldorf 1999 ähnliche Hilfen in Münster an. Viele Patientinnen und Patienten in der Malteser-Klinik stammen aus Ländern wie Serbien, dem Kosovo, Ghana oder auch aus Deutschland selbst.

Die Einrichtung der Malteser schließt eine wichtige Versorgungslücke für nicht versicherte Menschen in der Region. Mit engagierten Ärztinnen und Ärzten wie Dr. Russell, die regelmäßig behandeln, bleibt das Angebot für viele eine lebenswichtige Anlaufstelle. Die Patientenzahlen des vergangenen Jahres unterstreichen den anhaltend hohen Bedarf an solcher Unterstützung.