04 February 2026, 20:30

Kölns umstrittene Drogenstrategie: Mikrohandel in Suchthilfezentren geplant

Ein Plakat, das die elektrifizierte Stadt Bergbahn, Deutschland, bewirbt, zeigt Bilder von Gebäuden, Bäumen, Hügeln und beschreibendem Text.

Kölns umstrittene Drogenstrategie: Mikrohandel in Suchthilfezentren geplant

Kölner Oberbürgermeister Torsten Burmester hat einen umstrittenen Plan vorgelegt, der den Mikrohandel mit Drogen in Suchthilfeeinrichtungen von 1. FC Köln erlauben soll. Das Vorhaben zielt darauf ab, die dringenden Bedürfnisse von Crackabhängigen zu adressieren und gleichzeitig drogenbedingte Kriminalität zu reduzieren. Parallel dazu setzt sich Burmester für eine verschärfte Kontrolle im öffentlichen Raum ein.

Im Mittelpunkt seines Plans stehen Crackkonsumenten, die oft alle 30 Minuten nachlegen müssen. Burmester argumentiert, dass die aktuellen Verbotsgesetze Süchtige in die Beschaffungskriminalität treiben, um ihre Sucht zu finanzieren. Gleichzeitig verfolgt er eine Null-Toleranz-Strategie in öffentlichen Bereichen: Mehr Streifen sollen den offenen Drogenkonsum und -handel unterbinden.

Köln treibt bereits den Ausbau von Hilfsangeboten voran. Der Stadtrat stimmt am 5. Februar 2026 über die Einrichtung eines neuen Suchthilfezentrums mit Konsumräumen in der Nähe des Neumarkts ab – einem bekannten Brennpunkt für Drogenprobleme. Die Einrichtung soll die bestehenden Räumlichkeiten ersetzen und noch im selben Jahr öffnen. Zwei weitere Zentren sind geplant, ihre Standorte stehen jedoch noch nicht fest.

Der Oberbürgermeister arbeitet zudem mit anderen Städten, darunter Düsseldorf, an einer abgestimmten Vorgehensweise. Gleichzeitig fordert er Änderungen im Bundesdrogengesetz, um seine Pläne rechtlich umsetzbar zu machen.

Bei einer Genehmigung wird das neue Zentrum am Neumarkt 2026 seine Türen öffnen und kontrollierte Konsumräume für Abhängige anbieten. Burmesters Doppestrategie – strenge öffentliche Ordnungspolitik kombiniert mit reguliertem Zugang – könnte die Drogenpolitik in Köln und anderen Städten neu prägen. Der Erfolg des Plans hängt jedoch von gesetzlichen Reformen und der Zusammenarbeit der lokalen Behörden ab.