Kölner Stadtrat beschließt umstrittenes Drogenhilfezentrum im Pantaleonsviertel
Lotta WagnerKölner Stadtrat beschließt umstrittenes Drogenhilfezentrum im Pantaleonsviertel
Der Kölner Stadtrat hat grünes Licht für ein neues Drogenhilfezentrum im Stadtteil Pantaleonsviertel gegeben. Die Einrichtung soll überwachte Räume für Suchtkranke bereitstellen sowie Hygienedienstleistungen und Notunterkünfte anbieten. Die Entscheidung stößt jedoch auf starken Widerstand bei Anwohnern.
Das Zentrum, das am Perlengraben eröffnet werden soll, wird rund um die Uhr und an jedem Tag des Jahres betrieben. Sein Hauptzweck besteht darin, den Drogenkonsum von den Straßen in sichere, kontrollierte Bereiche zu verlagern, in denen Betroffene konsumieren, ausruhen und Grundversorgung erhalten können. Gleichzeitig plant die Stadt, in der umliegenden Nachbarschaft strengere Strafen für öffentlichen Drogenkonsum einzuführen.
Harald Rau, Sozialdezernent der Stadt, verteidigte den Standort mit der Begründung, dass solche Einrichtungen am effektivsten in der Nähe bestehender Drogenbrennpunkte wirken. Dennoch äußerten nahegelegene Schulen und Anwohner Bedenken hinsichtlich Sicherheit und Sauberkeit im Viertel. Demonstranten fordern detailliertere Angaben dazu, wie Suchtkranke unterstützt werden sollen und welche Auswirkungen das Zentrum auf das Gemeinwesen haben wird.
Neben dem Standort im Pantaleonsviertel plant die Stadt bis 2027 mindestens zwei weitere Hilfszentren zu eröffnen. Mögliche Standorte sind die Stadtteile Kalk und Chorweiler, wobei noch keine endgültigen Entscheidungen gefallen sind. Ab 2027 sollen zudem zusätzliche Mittel für Suchtpräventionsprogramme in der gesamten Stadt bereitgestellt werden.
Das neue Zentrum wird seinen Betrieb unter strengen Richtlinien aufnehmen und Suchtkranken rund um die Uhr Zugang bieten. Während die Stadt ihre Pläne vorantreibt, fordert die lokale Opposition weiterhin Antworten zu Sicherheitsfragen und langfristiger Unterstützung. Weitere Einrichtungen und Präventionsförderung sollen in den kommenden Jahren folgen.